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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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4. Die Griechen. 101

von da an hatte der Orient bedeutenden Einfluss auf die Ausbildung undVervollkommnung des Kriegswesens bei den Griechen, wenn auch durchZwistigkeiten und Fehden der Stämme unter einander, Auswanderungeninnerhalb und ausserhalb des Landes, Einfälle nordischer wilder Völkerin Griechenland und Streifzüge von Seeräubern an den Küsten der Erfolgdieses Einflusses sehr verzögert wurde. Indem die Griechen bei denVölkern des Orients militärische Einrichtungen und Dinge entlehnten,eigneten sie sich dies Alles aber vollkommen an und drückten ihm scharfund tief ihren eignen nationalen Stempel auf, indem sie im Lauf der Zeites allmälig ganz im Geiste ihrer griechischen Nationalität vervollkomm-neten.

§.20.Das heroische Zeitalter.

Homer's Iliade, welche das Kriegswesen der Griechen im trojani-schen Kriege so wundervoll darstellt, giebt uns einen Begriff von demStandpunkt dieses Wesens auch in dem sogenannten heroischen Zeitalter.

Die Griechen lebten zu dieser Zeit schon ansässig und waren instaatliche Gemeinwesen vereint unter der Herrschaft erblicher Königeoder Stammeshäupter. Die militärische Organisation dieser Gemein-wesen war mit der bürgerlichen eng verbunden. Die Fürsten vereintenin sich die militärische und die bürgerliche Obergewalt, in FriedenszeitenRecht sprechend und Strafen vollstreckend, in Kriegszeiten die Truppenführend. Jeder Freigeborene war Krieger und übte sich von Jugend aufin den Obliegenheiten dieses Berufs durch körperliche und militärischeUebungen.

Die Anwendung aus Erz geschmiedeter AVaffen war den Griechenschon lange bekannt. Die Hauptformen ihrer Angriffswaffen waren:Spiess, Lanze und Schwert, welche die edelsten, berühmtesten, ge-schicktesten und tapfersten Krieger gebrauchten und den Wurfwaffenvorzogen , die man den Kriegern geringeren Grades, den weniger star-ken, tapfern und gewandten Uberliess. Die Schutzwaffen bestandenin Helm und Brustpanzer, besonders von Erz (Kupfer), und grossenSchilden.

Die Griechen"kämpften damals zu Fuss, oder auf Streitwagen, Rei-terei hatten sie überhaupt nicht, vielleicht wegen der bergigen Be-schaffenheit Griechenlands (ausgenommen Thessalien nnd Böotien) undwegen der Ungeeignetheit der griechischen Pferde zum Reiterdienste,vielleicht auch deshalb , weil die Reitkunst unter ihnen noch sehr wenigverbreitet war. Um so erstaunlicher erscheint die Gewohnheit der Grie-chen . besonders der Könige , Führer und hervorragendsten Helden, inStreitwagen zu kämpfen, eine Gewohnheit, die sie den Völkern des