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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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3. Die Perser. 9]

Cambyses bei der persischen Armee auch Streitwagen. Nach Xenophonwar ihre Zahl unter Cyrus unbedeutend (in der Schlacht bei Thymbraetwa 300), ihrer besonderen durch Cyriis ihnen gegebenen Construc-tion zufolge war aber ihre Wirkung für den Feind ausserordentlich ge-fährlich und furchtbaY. Cyrus construirte nämlich vor dem Kriege mitCrösus grosse Kriegswagen auf vier Rädern, rundum mit einem Geländerversehen; an der Deichsel waren Lanzen befestigt, an den Rädern Sicheln,und in jedem von vier bepanzerten Pferden gezogenen Wagen befanden sichvier oder mehr Krieger, mit Pfeilen, Wurfspiessen, Lanzen und Schwer-tern bewaffnet. Xenophon thut auch grosser Wagen oder Gefährte Er-wähnung, deren jeder acht Deichseln gehabt hätte, bespannt war mit achtPaar Stieren, und einen viereckigen hölzernen Thurm trug. 20 Fuss hochund mit 20 Schützen besetzt.

Nach Xenophon's Bericht hatte Cyrus ausserdem in der Schlacht beiThymbra ungefähr 600 Kameele mit Bewaffneten, und Wurfmaschinen.Auf jedem Kanieel sassen zwei arabische Schützen, mit dem Rückengegen einander. Die plötzliche Erscheinung dieser Abtheilung brachtedie Cavallerie des Crösus in vollkommene Verwirrung: die Pferde, durchden Anblick und Geruch der Kameele erschreckt, warfen sich mit denReitern zur Seite und brachten eine solche Unordnung hervor, dass diePerser leicht und rasch die feindliche Cavallerie und den ganzen Flügel,auf dem sie stand, in die Flucht schlugen. Was die Wurfmaschinen an-belangt , so erläutert Xenophon weder ihre Einrichtung, noch ihre Zahl,noch die Stelle und die Art ihrer Verwendung in der Schlacht beiThymbra.

Ueber Eintheilung , Aufstellung und Kampfart der persischen Trup-pen vor Cyrus , und unter Cyrus und Cambyses giebt es keine genauerenAngaben. Das, wasXenophon in der Cyropädie darüber sagt, verdientwenig Glauben, weil es das deutliche Gepräge der griechischen Taktikträgt und gleichsam ein an Beispielen illnstrirter Unterricht in derenRegeln sein sollte. angewandt auf die Organisation der persischenTruppen unter dem jüngeren Cyrus. Uebrigens ist es sehr wahrschein-lich, dass die Eintheilung, Aufstellung und Kampfart der persischenTruppen durch Cyrus vervollkommnet wurde, indem er grosse Regel-mässigkeit und Ordnung darin einführte.

§.17.Befestigungs- und Belagerungskunst.

Bis zur Zeit des Cyrus kannten die Perser beide Künste nicht. Dieerstere beschränkte sich bei ihnen vielleicht auf die Einfassung ihrerWohnungen und Lager mit groben Umwallungen aus Erde oder Steinen,oder Umzäunungen aus Holz. Mit Cyrus erhob sich wahrscheinlich aber