2. Die alten asiatischen und afrikanischen Völker und Eeiche. 77
sich verbündend, der Anlass zu häufigen Kriegen zwischen Jenen undDiesen, und der Gegenstand der Einfälle bald von dieser bald von jenerSeite. Diese zum Nachtheil der Aegypter und noch mehr der Juden aus-schlagenden Kriege endeten nach einer 70jährigen Gefangenschaft undAuswanderung der Juden nach Sennaar und Babylon ,(305 - 538 v. Ohr. )mit der endlichen Zerstörung des Königreichs Juda durch Nebucaduezar
III.Die Aegypter.
§• H-Ihre militärische Organisation und Einrichtungen.
Das Heerwesen der Aegypter im Alterthum bis zur Zeit der Sesostri-den ist unbekannt. Auf die neuesten wissenschaftlichen Forschungen ge-stützt, lässt sich indessen mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit das Folgendeannehmen:
Die ersten Anfänge zu den staatlichen und militärischen Einrichtun-gen der Eiugebornen wurden von Auswanderern aus dem südöstlichenAfrika gelegt, namentlich aus Aethiopien y ), wo Staat und Cultur sichschon sehr früh entwickelt zu haben scheinen. Aus den Ansiedlungen,welche diese Auswanderer in dem fruchtbaren Nilthale, zuerst in demoberen, später in Mittel-, endlich in Unterägypten gegründet hatten,entwickelten sich im Laufe der Zeit selbständige Gemeinden, jede miteigener innerer Verfassung, alle aber durch das Band desselben Glaubensmit einander verbunden. Bald zeichneten sich, wie es scheint, zweiunter ihnen, Theben und Memphis, vor den übrigen aus und wurdengleichsam die Häupter zweier föderirter Staaten, der eine in Ober-, derandere in Mittelägypten. Nach der Vertreibung der arabischen Hyksos(um 1500 v. Chr.j, welche Unterägypten erobert und sich dort häus-lich niedergelassen hatten, wurden alle ägyptischen Nome oder Gemein-den durch Amenophis oder Tuthmosis, den ersten Pharaoneu oder ägyp-tischen König, zu einer untheilbaren Monarchie verbunden. Dem ent-sprechend entwickelten sich min wahrscheinlich auch das Heerwesen unddie militärischen Einrichtungen. Ihre Hauptgrundlage bildete die Ein-theiluug in Kasten, die schon seit den ältesten Zeiten in Aethiopien be-stand. Nächst der obersten, der Priesterkaste, in deren Händen sich diegesammte Gewalt befand, nahm die Kriegerkaste die erste Stelle ein.
*) Es wird jetzt, wohl allgemein angenommen, dass die Einwanderungen nichtvon Südosten, aus Afrika, sondern von Nordosten, aus Asien, erfolgten.
Aumerk. des Uebers.