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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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74 I Von den ältesten Zeiten bis zum Beginn der griech.-pers. Kriege.

Ammonitern und Midianitern gegen die Hebräer geschlossene Bündnisswurde durch einen glücklichen Feldzug des Leviten Pinehas mit einemCorps jüdischer Krieger gegen die Midianiter und durch die Vernichtungdieses Volkes aufgelöst. Bald darauf starb Moses,* und Josua wurde zumobersten Führer des jüdischen Volkes gewählt. Da Josua durch voraus-geschickte Kundschafter erfahren hatte, dass die Bewohner Canaans iiiFurcht und Uneinigkeit lebten, so liess er die Stämme Rüben, Gad undden halben Stamm Manasse, mit ihren Familien und Heerden, auf demöstlichen oder linken Ufer des Jordan, ging mit dem Rest (1500 J. v.Chr.)durch diesen Fluss und eroberte] zuerst mit Sturm Jericho, die stärksteder cananitischen Städte, und dann die Stadt Ai. Nun, im Vertrauenauf seine Kräfte, ging er gleich zum entschlossenen Angriff im freienFelde über. Adoni-Zedek, der König von Jebus, schloss mit vier andernKönigen benachbarter Stämme einen Bund und belagerte Gibeon, dessenBewohner sich mit den Hebräern verbündet hatten. Josua zog schnellvon den Ufern des Jordan Gibeon zu Hülfe, schlug bei dieser Stadt dasHeer der verbündeten fünf Könige, verfolgte es und bemächtigte sichnach schwachem Widerstände aller benachbarten Städte, mit Ausnahmevon Jebus (Jerusalem). Durch dieses rasche und entschiedene Handelnund die errungenen Siege eroberten die Juden das ganze südliche Palä-stina, oder die Gegend zwischen dem Lande der Philister und dem todtenMeere. Schwieriger war die Eroberung von Nord-Palästina. Hier stiessendie Hebräer auf kriegerische Stämme, gut militärisch entwickelt, mit denJuden unbekannten Streitwagen und zahlreicher Reiterei. Die Königevon Nord-Palästina, Syrien und Cölesyrien vereinigten ihre Heere; Josuafiel aber unvermuthet über sie her, schlug sie aufs Haupt und eroberteeinen grossen Theil ihres Gebietes; die Residenz des grössten der ver-bündeten Fürsten zerstörte er, als warnendes Exempel, und ihre Ein-wohner wurden vertilgt. Darauf führte er einen erfolgreichen kleinenKrieg in den Bergen von Palästina gegen die Bergvölker und vertilgteoder unterjochte sie eins nach dem andern.

So ward innerhalb sechs Jahren die Eroberung des gelobten Landes undder im Osten angrenzenden Länder vollbracht. Indem sie sich darin fest-setzten, hatten die Hebräer unter der Regierung der Richter noch unauf-hörliche Kämpfe mit den übrig gebliebenen Eingebornen und den an-grenzenden Stämmen zu bestehen: den Arabiten, Philistern, Moabitern,Amalekitern, Ammonitern , Edomitern, Syriern und Assyriern. Die ge-ringe Ausdehnung, das bergige durchschnittene Gelände und die grosseZahl der befestigten Städte Palästinas waren der Grund, dass diese Kriegehauptsächlich aus Belagerungen und Actionen des kleinen Krieges be-standen und nur selten grosse entscheidende Schlachten im offenen Feldevorkamen. Ungefähr vier Jahrhunderte lang bieten sie stets dasselbe