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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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Seite
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5b I- Vou den ältesten Zeiten bis zum Beginn der griech.-pers. Kriege.

Uebungen machten sie besonders tüchtig zum Kriege und erfahren inallen kriegerischen Dingen, und nährten in ihnen den kriegerischenGeist. Die Erblichkeit des Kriegerstandes begünstigte dies allerdingserheblich, andrerseits aber war sie einer stetigen Entwicklung und Ver-vollkommnung des Kriegswesens hinderlich. Die Söhne erachteten es fürunnütz oder unmöglich , das abzuändern oder zu verbessern, was schonihre Väter befolgt und ihnen überliefert hatten, und bewahrten diese er-erbten Gewohnheiten und Erfahrungen als unverletzliches Heiligthum.So kamen die militärischen Einrichtungen und das Kriegswesen nichtüber eine gewisse einmal erreichte Grenze hinaus. Ausserdem konntendie Kriegerkasten, die sich als exclusiver Stand grosser Vorrechte er-freuten und die bewaffnete Macht in Händen hatten, leichtlicb demStaate gefährlich werden , und opferten nicht selten sein Wohl und dasallgemeine Beste ihrem eignen Nutzen und Vortheil. In andern Fällenwaren sie wegen ihrer geringeren Zahl ohne Bedeutung in der Masse desVolks, oder sie büssten in Folge des steigenden Beichthums und Luxusoder zunehmender Verweichlichung und Sittenverderbniss ihren kriege-rischen Geist ein. Das Volk aber, dem Kriegerberufe entfremdet,gleichgültig oder übelwollend gegen den Kriegerstand, wurde unkriege-risch, ungeeignet zum Kriege, und fiel leicht unter fremde Herrschaft.

Mit den Kriegerkasten und Monarchien des Orients verknüpft durchihren Ursprung im Osten sind die stehenden Heere und die könig-lichen Leibwachen. Die Kriegerkasten, ständig bewaffnet und aus-schliesslich mit dem Krieg sich beschäftigend, bildeten die stehendebewaffnete Macht der Monarchien des Orients. Die Aufgabe dieserstehenden Heere war die Aufrechterhaltung und Kräftigung der monar-chischen Gewalt, und in den eroberten Ländern ausserdem die Erhaltungder unterjochten Gegenden und Stämme im Gehorsam und die Be-schützung derselben gegen äussere Feinde. Die königlichen Leibwachenwurden aus den vornehmsten oder auserlesensten Männern der Krieger-kaste gebildet und waren der beste und zuverlässigste Tlieil der stehen-den Heere im Orient.

Auf den Orient lassen sich auch die Söldnertruppen, dieDistriktsaufgebote und die allgemeinen Volksbewaffnun-gen zurückführen.

Das erste Beispiel der Stellung von Mieths-Truppen liefern die"Phönizier. Der Zahl nach schwach und ausschliesslich ein handeltrei-bendes Volk, zu dessen Ausbreitung damals ausländische Eroberungenund Colonien unerlässlich waren, nahmen die Phönizier ihre Zufluchtzur Anwerbung fremder Miethstruppen , um nicht die Bevölkerung ihreseignen Landes noch mehr zu schwächen, sie nicht von Ackerbau, Indu-strie und Handel abzuziehen, s>)mit die Quelle ihres Volkswohlstandes