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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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[)4 I. Von den ältesten Zeiten bis zum Beginn der griech.-pers. Kriege.

In der Urzeit, als die Menschen noch nicht zu Gemeinwesen ver-bunden waren, wurde der Zwist zweier Männer unzweifelhaft auf dieursprünglichste Weise durch blosse Körperkraft im Zweikampfe ent-schieden. Dann begann der Mensch sich mit den einfachsten Waffen zubewaffnen, wie er sie überall zur Hand fand, nämlich mit Steinen undmit Bäumen. Steine warf er von ferne gegen den Feind, und den Baumgebrauchte er im Handgemenge als Keule. Seine Wohnung schützte ergegen den feindlichen Angriff durch eine rohe Umzäunung von Holz oderSteinen.

Hier, im Zweikampf, der ersten Form und G-rundlage desKrieges, finden wir schon im Wurfe des Steins und in der Anwendungder Keule die Anfänge der Fern- und Nahewaffen, und in der Um-zäunung der Wohnung die ersten Spuren künstlicher Befestigung.

Als dann die Menschen sich zu Stämmen zusammenschlössen unddas Gemeinwesen und die Cultur sich entwickelte, begannen allmäligverschiedene Kriegseinrichtungen und Kampfesarten sich geltend zumachen. Mit der bürgerlichen Entwicklung ging die militärische Handin Hand. Wahrscheinlich war Anfangs dies Alles höchst einfach. Allevolljährigen Männer zogen mit vereinten Kräften unter Führung ihrerStammältesten oder der Tapfersten in den Kampf zur Verteidigungihres eignen Grund und Bodens, oder zum Angriff des feindlichen. Esbildeten sich Bündnisse zwischen Stämmen und grössere Gemeinwesen,und damit wuchsen auch die Streitkräfte, die unter einheitlichen Befehltraten, denn dieser wurde für die Dauer des Krieges einem gewähltenobersten Führer anvertraut. Später zog gewöhnlich nur ein bestimmterTheil oder ein besonderer Stand des Volkes zu Felde; das gesammteVolk griff nur bei besonders wichtigem Anlass oder in äusserster Gefahrzu den Waffen. Mit der Befestigung der Alleinherrschaft oder der Bil-dung von Monarchien wurden endlich die stehenden Heere geschaffen.

Mit der Erfindung nützlicher Handwerke und Künste vervollkomm-nete sich auch die Bewaffnung. Der Zufall führte zur Erfindung desBogens, der Pfeile, der Schleuder, der Bearbeitung und des Schmiedensder Metalle, und das Bedürfniss lehrte Pferde bändigen. Man beganndie Keulen, auch die zugespitzten Pfähle und Stangen, mit Metall zu be-schlagen und so gelangte man allmälig zur Anfertigung geschmiedeterWaffen, zunächst für den Angriff: Axt, Schwert, Lanze, demnächstauch Schutzwaffen: Helm, Panzer, Schild. Die Pferde wurden an-fänglich zum Transport von Lasten und zum Keiten gebraucht, und diesführte zur Anwendung von Streitwagen und von Cavallerie. Im Laufeder Zeit wurden die Wurf- und Schmiedewaffen vervollkommnet, ebensodie Streitwagen und die Cavallerie, und ihr Gebrauch wurde vielseitiger. Die Handwaffe wurde Hauptwaffe, die Wurfwaffe nur Hülfs-