ß Einleitung.
sehen Geschichte, mit kriegs-statistiseken und militär-geographischen Mittei-lungen, mit dem derzeitigen Standpunkt der Kriegskunst und ihrer verschiede-nen Zweige, und mit der dazu gehörigen Darlegung der Ursachen, Folgen undResultate jener Begebenheiten, des wechselseitigen Zusammenhangs zwischenihnen, endlich der Absichten, Zwecke, Dispositionen und Actionen beiderkriegführenden Theile.
Mit diesem Gegenstand und Ziel der heutigen Kriegsgeschichte be-stimmt sich zugleich sowohl ihre Bedeutung, im Sinne einer besondern selbst-ständi^en Wissenschaft, wie die Art und Weise ihrer Eint h eilung, ihrerUntersuchungen, ihrer Darstellung und ihres Studiums, wie ihrgesammtes System, und die Nützlichkeit ihres Studiums.
Eingetheilt wird sie, wie die politische Geschichte, in zweifacher Be-ziehung : 1) nach ihrem Gegenstande in allgemeine, d. h. diealler bekannteren Hauptvölker und Reiche der Welt, der vergangenen und zer-störten, wie der noch bestehenden, — in besondere oder Specialge-schichte eines bestimmten Volkes oder Reiches, — und in persönliche ■—einer bestimmten Person (Militärbiographie oder Lebensbeschreibungen, Cha-rakteristiken etc.) oder irgend einer bestimmten Kriegsbegebenheit aus derallgemeinen oder Specialgeschichte (Monographie) — und 2) nach der Zeit,— in die Kriegsgeschichte des Alterthnms, des Mittelalters und derneueren und neuesten Zeit, deren jede wieder zu grösserer Bequemlich-keit. Klarheit, Uebersichtlichkeit und zu leichterem Studium in eine gewisseZahl von Perioden zerfällt, den bekanntesten politischen und Kriegs-epochen entsprechend.
So ist denn die Eintheilung und Untereintheilung der Kriegsgeschichte derZeit nach in folgender Weise festgestellt:
!. Die Kriegsgeschichte des Alterthums — von der Entstehung der eistenReiche im Osten der alten Welt (um 2500 v. Chr.) bis zum Fall des west-römischen Reiches (476 n. Chr.).
Erste Periode — Anfang und allmälige Entwicklung von kriegerischenEinrichtungen und Actionen im Osten, bei den afrikanischen und asiatischenStämmen, und bei den Griechen in Europa, bis zum Beginn der griechisch-persischen Kriege (um 500 v. Chr.).
Zweite Periode — mächtige Entwicklung und blühender Stand der'Kriegskunst und Einrichtungen bei den Griechen und Macedoniern, vom Beginnder Perserkriege bis zum Tode Alexanders d. Gr. (von 500 — 323 v. Chr.).
Dritte Periode — mächtige Entwicklung und blühender Stand derKriegskunst und Einrichtungen bei den Römern, vom Tode Alexanders d. Gr.bis zu Augustus oder zur Bildung des römischen Reiches (323—30 v. Chr.).
ViertePeriode — allmäliger Verfall der Kriegskunst und Einrichtun-gen bei den Römern und in der alten Welt, von Augustus bis zum Verfall desweströmischen Reiches (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.).