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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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64. Allgemeiner Uebcrblick über die Kriegsgeschichte des Alterthums. 549

wegen, weil die Anlage der römischen Lager jener Zeit durch Regel-mässigkeit, Zweckmässigkeit in der Eintheilung für die Truppen undBrauchbarkeit für die Verthcidigung sich auszeichnete, sowie auch da-durch, dass Polybius sie sehr ausführlich und deutlich beschreibt.

Julius Cäsar stellt in den sieben von ihm herrührenden Bücherndebello Gallico u. A. die Lageldispositionen seiner Truppen bei denverschiedenen Gelegenheiten vortrefflich dar, wie er sie selbst mit derihm eigenen Kunst immer vollkommener den Umständen und dem Ter-rain anzupassen wusste.

Hyginus Gromaticus, zur Zeit des Kaisers Trajan (88117n. Chr.) lebend, giebt, gleich Polybius, eine uns erhalten gebliebene Be-schreibung der Anordnung der römischen Lager aus seiner (des Hyginus)Zeit, welche übrigens weit hinter der Anordnung, wie sie Polybius be-schreibt, zurückbleibt, wie das ja auch die sehr veränderte Zusammen-stellung und Organisation, die kriegerischen Begriffe und die Zeitver-hältnisse, wie sie bei Hyginus Lebzeiten sich gestaltet hatten, mit sichbringen.

Diese drei Schriftsteller geben einen deutlichen Begriff von demStandpunkte der antiken Castrametation zur Zeit der römischen Repu-blik und des Kaiserreichs, und von der bedeutenden Entwickelung der-selben im Alterthume.

§. 464.Fortification.

Besondere Specialwerke über Fortification (Feld- wie permanente)sind von alten Schriftstellern nicht vorhanden. Unter den verloren ge-gangenen werden Schriften über einige Gegenstände erwähnt, welchesich auf die Fortification beziehen, so: Heliodoros Perige tes undPolemon Beschreibungen der Cecropia, der Burg von Athen, undPhiIon der Mechaniker über Bau von Seehäfen und das von ihm imPiräeus erbaute Arsenal. Die Regeln der antiken Fortification und derConstruction von Feld- und permanenten Befestigungen sind u. A. vor-zugsweise angegeben in den uns erhalten gebliebenen Werken der grie-chischen Schriftsteller: Thucydides. Aeneas Tacticus, Athe-näos, Phylon von Byzanz, Polybius, Diodor uud Arrian, derrömischen: Julius Cäsar. TitusLivius, Vitruvius und Vege-tius, der jüdischen: Flavius Josephus. Es lässt sich aus denselbeneine vollkommene Uebersicht der Grundsätze der alten Befestigungs-kunst zusammenstellen, wie das auch Vegetius in seinem Werke theil-weisc thut (s. u.).