Vierundsechzigstes Kapitel.
Allgemeiner UeoerMick über die Kriegsgeschichtedes Altertlmins.
(Schluss.)
III. Kriegsioissenschaft. — §. 462. Taktik. — §. 463. Lagerkunst. — §. 464. Fortiß-cation. — §. 465. Belagerungskunst. — §. 466. Ballistik. — §• 467. Strategie. —§. 468. Die Werke des Frontinus und Polyänus. — §. 469. Das Werk des Vegetius.— §. 470. Das Werk Onosander's.
III. Kriegswissenschaft.
§. 462.Taktik.
Aus den ältesten Zeiten und von den Völkern des Orients, aus Asienund Afrika sind uns keine Werke über die Kriegskunst oder irgend einenihrer Zweige hinterblieben, und aus den ersten Zeiten der Griechen undKömer sehr wenige, und diese meist nur bruchstückweise. Sehr viel istverloren gegangen und nicht auf uns gekommen, sogar die Namen derAutoren jener verloren gegangenen Bücher sind uns grösstentheils unbe-kannt. Was wir besitzen, gehört mehr den späteren Zeiten an, etwavom 5. Jahrh. v. Chr. ab, und vorzugsweise den Griechen. Der Einfallder Perser in Griechenland hatte die Griechen zur Entfaltung aller ihrerKraft und Thätigkeit für die Abwehr der Perser und Bewahrung ihrer poli-tischen Unabhängigkeit angefeuert und war eine Hauptursache gewesenzur allmäligen Vervollkommnung der Kriegskunst nebst deren sämmt-lichen Branchen, nicht allein in praktischer, sondern auch in theoreti-scher Beziehung; ja, sie hatte sich zu einer Wissenschaft erhoben, wiedies der eigenthümliche reiche Geist der Griechen und ihr für Künste undWissenschaften befähigter und geneigter Sinn sehr begünstigt hatte. Sokann man im Alleemeinen saa;en, dass die Kriegs wissenschaf t im