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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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63. Allgemeiner Ueberblick über die Kriegsgeschichte des Alterthums. 517

material angefüllt. Zur Entdeckung der Minen der Belagerer wendeteman verschiedene Mittel an. Das führte von selbst auch zu unterirdi-schen Minenarbeiten von beiden Seiten. Beispiele dafür bieten viele Be-lagerungen, u. A. auch die von Ambracia durch den Consul Fulvius,bei welcher die Belagerten, als sie merkten,. dass die Römer Minen-arbeiten unternahmen, innerhalb der Stadt längs der ganzen Angriffs-front einen tiefen Graben aushoben, aus welchem sie Gegenminen vor-trieben, auf die Feinde stiessen, zum Kampfe schritten und endlich dieRömer zum Verlassen ihrer Minen zwangen, in Folge des unerträglichenGestankes von Federn, welche in eisernen, in die Minen gebrachtenKesseln verbrannt wurden.

Um im Einzelnen die verschiedenen Angriffsmittel gegen eine Stadtdarzustellen, verfolgen Mir den allgemeinen Gang einer Belagerung.

Nach Auswahl der Angriffsfront wurden die angefertigten Belage-rungsmaschinen ausserhalb der Schussweite (270300 Schritt; aufge-stellt: die Thürme der Courtine gegenüber, die Schildkröten auf Gestellden städtischen Thürmen gegenüber (sie wurden von einander auf Bogen-schussweite gestellt, um Kreuzfeuer zu ermöglichen;. Bewegliche be-deckte Gänge, zwischen welchen sich auch Erdschildkröten befanden,verbanden die Einen mit den Anderen Um die Maschinen vorwärtsbewegen zu können, musste erst der Boden geebnet werden, worauf eineMenge Arbeit, Mühe und Zeit verwendet wurde. Hinter der Linie derMaschinen standen an einzelnen Stellen mehrere Katapulten und Bailistenbei einander (wir würden es »Batterien « nennen), auf Entfernungen, dievon ihrer Grösse und Schussweite abhingen. Unter dem Schutze ihresFeuers rückten die Maschinen und Schilddächer nebst den sie verbinden-den gedeckten Gängen langsam bis an den Stadtgraben vor. Zu gleicherZeit wurden die Minen unter die Mauern getrieben oder der Graben zu-geschüttet, um die Thürme und Schildkröten bis dicht an die Mauerheranbringen zu können. Dies Alles geschah unter dem Schutze einesallgemeinen heftigen Feuers aus allen Geschützen und Maschinen, vonden Thürmen und Schildkröten und von dem Räume zwischen und hinterdenselben, um die Schüsse der Vertheidiger zu hindern und sie von ihrenMauern und Thürmen zu vertreiben. Dann wurde der Widder heran-gebracht , die Mauer eingestossen (Bresche gelegt; und endlich in diedurch den Widder oder den Einsturz der Mauer durch die Minen entstan-dene Bresche der Sturmangriff gemacht. Gelang es nicht Bresche zulegen oder die Mauern durch Minen zu zerstören, so wurden von den Be-lagerungsthürmen die Fallbrücken heruntergelassen und die Angreiferdrangen so auf die Mauer und in die Stadt.