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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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490 IV. Von Augustus bis zum Untergang des Weströmischen Reiches.

durch leichtes Fussvolk zu verstärken. Unter Cäsar agirte die gallischeund germanische Reiterei stets mit dem leichten Fussvolke zusammen.

Vergleicht man die Schlachtordnung der Griechen mit der der Rö-mer , so kann man erkennen, dass in ihrer vollen Entwicklung ihrHauptgrundsatz die Mischung aller Waffengattungen zu gegenseitigerUnterstützung und Verstärkung ihres gemeinschaftlichen Handelns war.Es wird hierbei zugleich klar, dass nur in dieser Mischung die Be-fähigung der Phalanx zu entscheidendem Kampfe lag, an und für sichbesass sie nicht alle Bedingungen zur Erlangung des Sieges. In demKampfe Phalanx gegen Phalanx entschied den Sieg hauptsächlich dieUeberlegenheit an sittlicher Kraft (der moralische Factor) und an Kunst.Als nach dem Tode Alexander's d. Gr. das sittliche Element bei denGriechen und Macedoniern herabsank und verfiel, da büsste auch diePhalanx ihre Hauptkraft, die innere moralische Kraft, ein, welche überihre schwachen Seiten hinweggeholfen hatte; diese waren das Erfordernis»eines offenen und ebenen Terrains für ihre Action, ferner der Uebelstand,dass die kleinste Unordnung in derselben sich gleich der ganzen Masseder Phalanx mittheilte, und dann, dass mit der Besiegung der PhalanxAlles verloren war, weil eben keine Truppen mehr vorhanden waren zurHerstellung des Gefechts. Deshalb wird schon bei den SchlachtordnungenAlexander's d. Gr. und nach demselben das Bestreben bemerklich, sichnicht auf die Phalanx allein zu verlassen, sondern Mittel für den Sieg der-selben mit Hülfe gegenseitiger Unterstützung der verschiedenen Truppen-gattungen, der zweiten Linie, einer Reserve, oder mit Hülfe von Hinter-halten zu schaffen. In Folge dessen änderte sich ihr ursprünglicher Ge-danke, und ausserdem kämpfte die Phalanx schon nicht mehr mit ihrerganzen ungetheilten Masse, sondern in getrennten Abtheilungen, vondenen einige als Reserve fungirten. Sie behielt aber ihre hauptsächlicheEigenthümlichkeit bei, das Wirken durch den Stoss der Masse vonMenschen und Lanzen.

Die Grundformation der Legion stand im graden Gegensatze zu derder Phalanx und machte sie geeignet, den taktischen Schwächen derletzteren gefährlich zu werden. Die Legion bildete nicht eine fest ge-schlossene Masse, bestimmt zum Stosse auf einen besonderen Punkt, son-dern ein biegsames Ganzes, das sich leicht selbst in schwierigem Terrainverwenden Hess. Die kleineren, aber selbständigen Theile derselben,die Manipel.n, hatten volle Freiheit der Action, wurden in dieserdurch die nächststehenden Manipeln unterstützt, konnten von den Un-ordnungen in der feindlichen Aufstellung Nutzen ziehen, sich in diedadurch entstehenden Lücken werfen, dem Feinde in die Flanke fallenu. s. w. Die Niederlage einer oder mehrerer Manipel brachte nicht gleichdie ganze Front in Unordnung. Der verfolgende Feind gerieth zwischen