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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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480 IV. Von Augustus bis zum Untergang des Weströmischen Reiches.

Die militärischen Einrichtungen, militärischen Formationen, Bewaff-nung, verschiedenen Truppengattungen, deren innere Organisation, Un-terhalt, Administration, Befehlsführung, Disciplin, Belohnungen undBestrafungen, Geist der Truppen, mit einem Wort der gesammteHerresorganismus, das ganze Kriegswesen der Völker und Staaten desAlterthums befinden sich nur kurze Zeit in Bltithe, dann abergrösstenteils im Zustande des Verfalls, besonders bei denbeiden bedeutendsten, gebildetsten Völkern des Alterthums, den Grie-chen und Römern, und am tiefsten von allen sank das WeströmischeBeich, auf dessen Ruinen sich die neuen barbarischen Staatenbildeten.

Das sind zwei Erscheinungen, welche mit Recht das Interesse desdie allgemeine Kriegsgeschichte des Alterthums Studirenden auf sichziehen. DieErhebung nnd dann der Verfall, eng verbunden mitgleicher Erhöhung und Verfall der Völker und Staaten selber und inFolge derselben Ursachen, des hohen Standpunktes und dem-nächst des Erlahmens der sittlichen Kräfte! Eine eindring-liche Lehre und ernste Warnung, welche die allgemeine Kriegsgeschichtedes Alterthums der Nachwelt ertheilt!

Die Erforschung der Ursachen zu dieser, allen Völkern und Staatendes Alterthums gemeinschaftlichen Erscheinung führt über den Rahmendes vorliegenden Werkes hinaus. Wir beschränken uns auf die blosseHinweisung, die schon zu reiflichem Nachdenken auffordert und dessenwürdig ist. Wir werden hier keinen Vergleich ziehen mit dem, was inder Folgezeit bis auf unsere Tage geschah, sondern später an seinem Ortdas Letztere mit dem vergleichen, was im Alterthum war, und dann dienöthigen Folgerungen entwickeln.

Hier werfen wir nur die Frage auf: was herrschte im Alterthum vor,nach Zeit und Beschaffenheit: dieErhebungunddieBlüthe, oderder tiefe Verfall?

DasErstere, d. h. Erhebung und Blüthe währte, der Zeit nach,wie bereits gesagt wurde, bei den Assyrern ungefähr 112, bei den Baby-loniern ca. 50, bei den Medern etwa 130 Jahre, historisch nachweisbar;bei den alten Persern etwa 111 Jahre, bei den Hebräern etwa 474, beiden Aegyptern ungefähr 300, bei den Karthagern ca. 309, bei den Grie-chen ca. 790, bei den Macedoniern nur 67 J., bei den Römern etwa 608 J.Folglich fällt von 30 Jahrb.. oder 3000 Jahren (seit dem Anfang der ge-schichtlich bekannten Zeit bis zum J. 476 n. Chr.) abgesehen von denalten Assyriern, Babyloniern, Medern, Persern, Aegyptern und Kartha-gern, die längste Dauer der Blüthe des Kriegswesens im Alterthum zu:den Hebräern mit etwa 4y 2 oder 5 Jahrh., nächst ihnen den Römernmit etwa 6, und endlich den Griechen mit ungefähr 8 Jahrh. Die