02. Allgemeiner Ueberblick über die Kriegsgeschichte des Alterthums. 415
nicht mehr auf ihre eigenen Kosten ernähren. 1. wegen der Nothwendig-keit beständiger Wetterführung der erwähnten Beschäftigung. 2. wegender Vervollkommnung des Kriegswesens selber. Ihr Unterhalt währendder Kriegsdauer liegt daher auf Denjenigen, zu deren Nutzen der Krieggeführt wird, eines Einzelnen, einer Gemeinde. eines ganzen Stammes,oder des ganzen Volkes. Endlich bei denjenigen Völkern, welche diehöchste Stufe der staatlichen und Culturentwickelung erreicht haben, imKriegswesen schon eine eigentliche Kunst besitzen, bei denen der Kriegnicht von der Saat bis zur Ernte dauert und nicht durch ein einzigesTreffen oder Schlacht entschieden wird. sondern sich mehr oder wenigerlange durch mehrere Feldzüge fortsetzt, ergiebt sich die zwingendeNoth-wendigkeit. dass die den Krieg Durchführenden wenigstens währendder Dauer des Krieges von Jenen unterhalten werden. zu deren Nutzund Frommen, seien es nähere oder entferntere. einzelne Personen oderganze Staaten, eben dieser Krieg geführt wird. Hier gewinnt der Unter-halt der Kämpfenden den Charakter öffentlicher Obliegenheit und Ver-pflichtung, und in Folge dessen bildet sich eine besondere Verwal-tung, welche den Unterhalt der Kämpfenden während des Krieges zumGegenstande hat (Kriegs-Verpflegungs-Verwaltung. Kriegs-Oekonomie-Administration) , zuerst vielleicht nur für die Lebensmittel, später fürAlles überhaupt zu sorgen verbunden. Hieraus ergab sich direct: \) dieNotwendigkeit eines Ueberflusses von für den Unterhalt der Kämpfernöthigen Gegenständen, gegenüber dem durch die Nichtkämpfer mitMühe für sich selbst Erlangten , — 2) die Abhängigkeit des Krieges undder Kämpfenden von den Vorräthen der Ackerbauer, Handel- und Ge-werbetreibenden, welche durch ihrer Hände friedliche Arbeit diese Vor-räthe aufgehäuft hatten. — 3) die Möglichkeit oder Unmöglichkeit, einenKrieg zu fuhren, bedingt durch den grösseren oder geringeren Ueber-fluss an solchen Mitteln zur Unterhaltung der Kämpfenden. — und 4 dieUnerlässlichkeit eines Anpassens der Forderungen des Krieges andie Productionskraft der Orte des Landes und seiner Bewohner,sodass sie sich ausgleichen und decken, und der ersteren genügt wird,ohne die Letzteren zu erschöpfen. In den Hauptzügen trägt die militä-risch ökonomische Verwaltung diesen Charakter auf allen Stufen ihrerEntwickelung, den untersten wie den höchsten, sie bildete somit einenTheil der gesammten Staats- (national- oder politischen^ Oekonomie,den speciell dem Kriege gewidmeten Theil.
Auf dieser Grundlage werfen wir einen allgemeinen kurzen Blickauf den Unterhalt der Heere im Alterthum mit Allem, was für dieKriegführung während der Dauer des Krieges erforderlich ist: Ver-pflegung (ganz besonders), Bekleidung. Bewaffnung. Sold, Pferde, Ba-gage u. s. w.