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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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370 IV. Von Augustus bis zum Untergang des Weströmischen Reiches.

Tochter Lucilla vermählte. Erzogen und unterrichtet von Sextus, demEnkel Plutarch's. dem Rhetor Herodes aus Athen und dem berühmtenJuristen Lucius Volusius Mecianus. hatte er sich zum Gelehrten gebildetund besonders die stoische Philosophie liebgewonnen. Während seineFeldherren: Statius Priscus, Avidius Cassius, Marcius Verus und Frontodie Parther besiegten, Armenien, Medien und ßabylonien eroberten unddie grosse Stadt Seleucia am Tigris zerstörten, wendete er sein Augen-merk auf Rom und Germanien. Das Erstere wurde von Pest, Hungers-noth und Ueberschwemmungen heimgesucht, die germanischen undDonau - (slawischen) Völkerschaften beunruhigten unaufhörlich die Nord-grenzen des Reiches durch ihre Einfälle. Sie wurden indessen zurück-geschlagen , und dem Elend in Rom steuerte Marc Aurel nach Möglich-keit, wobei er sich zugleich Mühe gab, die Sitten und die Gerechtigkeits-pflege zu heben. Nach Beendigung des parthischen Krieges feiertenbeide Kaiser den Triumph und nahmen den Titel Parthicus an. Baldaber brach in der syrischen Armee die Pest aus, welche sich von Syrienaus über das ganze Reich verbreitet hatte und lange mit furchtbarer Ge-walt darin herrschte. Dazu kamen grosse Ueberschwemmungen, heftigeErdbeben und ein allgemeiner Aufstand aller an das Reich grenzendenBarbarenvölker von Gallien bis an das schwarze Meer. Unter diesen wa-ren die mächtigsten und gefährlichsten die Marcomannen. Beide Kaiserzogen mit dem Heere gegen sie, ein Theil derselben unterwarf sich, aberbald führten sie alle einen erneuten allgemeinen Angriff aus, und derKrieg gegen sie, bekannt unter dem Namen des m a r c o m a n n i s c h e n,dauerte volle 8 Jahre unter wechselndem Erfolge. Verus starb im erstenJahre dieses Krieges (169), worauf Marc Aurel ihn allein weiter führte.Kurz danach brachten die Marcomannen dem Präfekten Vindex eineschwere Niederlage und einen Verlust von etwa 20,000 Mann bei unddrangen bis Aquileja vor. Um diese Zeit war der Staatsschatz zu Romso erschöpft, dass Marc Aurel sich gezwungen sah, alle seine Kostbar-keiten und seine Frauen zu verkaufen , um den Unterhalt für die Trup-pen und den Sold für die Gothen, Vandalen und andre Barbaren aufbrin-gen zu können. Die Barbaren fuhren indessen fort, Pannonien, Illyrienund Griechenland zu verwüsten, bis der Feldherr Pertinax die Germanenaus Rhätien (im J. 171) und Marc Aurel selbst die Marcomannen undJazygen (Slawen) über die Donau vertrieben hatte. Nachdem der Frie-den mit ihnen hergestellt, wandte sich Marc Aurel gegen die Quadenjenseits der Donau und drang bis zur StadtNeitra vor. Hier, bei der heu-tigen Stadt Gran in Wengrien, ward er von den Quaden eingeschlossenund gerieth aus Mangel an Wasser in die äusserste Noth. Aber da erhobsich plötzlich ein furchtbares Unwetter, ein Platzregen erfrischte die rö-mischen Armeen, die Quaden wurden geschlagen und baten mit den