Eiminclsechzigstes Kapitel.
Allgemeiner UeberMick über die römische Kriegs-geschichte von Augustus bis 476 n. Chr.
I. Die römische Welt, Christentimm und Barbaren, in kriegerischer Hinsicht. — §. 428.Die römische Welt. — §. 429. Christentum. — §. 430. Barbaren. — §.431. Ein-fluss dieser 3 Elemente zusammengenommen. — II. Militärische Organisation,Kriegskunst und Kriege. — §. 432. Militärische Organisation des Staates, derArmeen und Truppen. — §. 433. Kriegskunst. — §. 434. Kriege. — III. Diehervorragendsten und bedeutendsten Heerführer. — §. 435. Augustus. — §. 436.Hermann oder Arminias, und Civilis. — §. 437. Tiberius. — §. 438. Drusus undGermunicus. — §. 439. Vespasianund Titus. — §. 440. Trajan. — §. 441. Mar-cus Aurelius. — §. 442. Diocletian. — §. 443. Constantin d. Gr. — §. 444. Ju-lian. — §. 4-15. Theodosius d. Gr. — §. 446. Stilicho, Aetius, Ricimer. — §. 447.Alarich. — §. 448. Attila. — §. 449. Odoaker.
I. Die römische Welt, Christenthum und Barbaren,in kriegerischer Hinsicht.
§. 428.Die römische Welt.
Die vierte und letzte Periode der allgemeinen Kriegsgeschichte desAlterthums von Augustus bis zum Untergang des Weströmischen Reiches,welche 5 ganze Jahrhunderte umfasst, ist eine Periode des allgemeinenVerfalls der Heeresorganisation und Kriegskunst der Römer, — sie hatindessen auch in kriegerischer Hinsicht dieselbe grosse Weltbedeutung,wie in religiöser, in politischer und allgemeiner Hinsicht. Von dereinen Seite hatte der gänzliche Verfall, die totale Auflösung der altenheidnischen Welt im Allgemeinen und der römischen im Beson-deren . von der anderen Seite deren gänzliche Umwandelung durch denEinfluss des Christenthums und der Barbaren, d. h. der nördlichenVölker Europas, natürlicherweise nicht ohne wesentliche Einwirkungauch auf das gesammte römische Kriegswesen bleiben können. Das be-