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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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314 IV. Von Augustus bis zum Untergang des Weströmischen Reiches.

keit des Reiches gegen die Hunnen ein Ende. Nun wendete Attila, Jenenin Ruhe lassend, sich gegen das Weströmische Reich, wozu ihn sowohlder König der Vandalen in Afrika, Genserich, als einer der beiden sichbekämpfenden Frankenfürsten bewogen hatte. der die Hunnen zu Hülferief, während der Andere sich an die Römer gewandt hatte. Attila be-schloss seine Verbündeten mit Gewalt der Waffen zu unterstützen undwarf sich zugleich zum Beschützer der Honoria auf, der Schwester Valen-tinian's III., welche dem Attila ihre Hand angetragen hatte. Als er aberschon zum Kriege gegen das abendländische Reich fest entschlossen war,forderte er direct die Hand der Honoria und als angemessene Mitgift einenTheil des Reiches, und als er abgewiesen wurde, brach er im J. 451 mitseiner gesammten Streitmacht, nach Einigen 500,000, nach Anderen700,000 Mann, aus seiner Hauptstadt zwischen Donau, Theiss und Kar-pathen gegen Westen auf, längs der Donau nach Gallien. Alle Völker,durch welche sein Weg führte, Rngier, Gepiden, Heruler, Turcilinger,Ostgothen, Sueven, Marcomannen, Quaden, Thüringer, Franken amNeckar u. A. wurden gezwungen sich mit ihren Heerhaufen ihm anzu-schliessen. In besonderem Ansehen stand bei ihm Ar dar ich, der Königder Gepiden, und Walamir, der König der Ostgothen. In der Nähe desheutigen Bodensees ging Alarich über den oberen Rhein, die Burgunder,welche sich ihm zu widersetzen wagten, wurden besiegt und nieder-gehauen. Bei dieser Gelegenheit wurden die Städte Rauracum, Vindo-nissa und Argentovarium von Grund aus zerstört. Auf dem linken Rhein-ufer durchzog Attila das ganze erste oder obere römische Germanien,stiess auf heftigen Widerstand Seitens der heutigen Stadt Metz, und zogdann weiter durch das ganze Gebiet zwischen Rhein, Mosel, Sambre undSeine. Ueberall auf seinem verheerenden Zuge verbreitete er das Ge-rücht , dass er als Freund und Verbündeter der Römer komme, nur denrechtmässigen König der Franken gegen dessen Bruder Meroväusschützen, und hierauf die Westgothen auf dem linken Loireufer züchtigenwolle. Viele Städte Hessen ihn ein und wurden ausgeplündert, andereversuchten sich zu vertheidigen, wurden aber erobert und gleichfalls ge-plündert, darunter auch die wichtigste und blühendste Stadt Galliens,Trier, das zum fünften Male zerstört ward.

Inzwischen war Aetius auf die Nachricht von dem Einfalle Attila'sin Gallien mit wenigen Truppen über die Alpen aus Italien nach Arelategeeilt. Hier rechnete er auf die Mitwirkung der in Gallien stehendenLegionen und Theodorich's, welchen die gemeinsame Gefahr mit den Rö-mern verbünden musste. Als er erfuhr, dass Theodorich, durch dielügnerischen Versprechungen Attila's getäuscht, beschlossen habe, un-thätig zu bleiben, schickte er den Feldherrn Avitus zu ihm, der ihn davonüberzeugen sollte, dass Attila nur die Westgothen von den Römern zu