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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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59. Die wichtigsten Kriege und Feldziige der Eümer in dieser Periode. 289

Mailand zurück, wo ihn Valentinian durch Ernennung zum magister equi-tum ehrte.

Während dessen hatte in demselben Jahre Valentinian in der Ab-sicht, für die Ausplünderung von Mogontiacum an den Alemannen Rachezu nehmen, ein zahlreiches Heer aus Italien und Illyrien zusammen-gezogen, das er unter Führung des comes Sebastianus durch ßhätiengegen die Alemannen sendete. Er selbst überschritt, von seinem SohneG-ratianus begleitet, mit einem anderen Heere ohne auf Widerstand zustossen den Rhein in 3 Colonnen, deren mittelste er selbst commandirte.während die rechte von Jovinus, die linke von Severus geführt wurde,und brach in das Land der Alemannen ein. Nach mehrtägigem Marschestiess endlich bei Solicinum (h. Sulz am Neckar) das Heer auf die ge-sammte in Waffen stehende Mannschaft der Alemannen, die auf einemnur von Norden zugänglichen steilen Berge Stellung genommen hatte,um Valentinians weiteren Marsch aufzuhalten. Valentin erfocht hiereinen glänzenden Sieg über die Alemannen, obgleich nur mit äussersterAufbietung aller Kräfte, und dann kehrte er mit der Armee nach Trevi-rum (Trier) zurück, wo er mit seinem Sohne zusammen einen glänzendenTriumph feierte. Mit den Alemannen aber schloss er einen Friedens-vertrag, kraft dessen beide Theile sich verpflichteten, gegenseitig nichtdas Gebiet des Anderen zu betreten. Valentinian hatte zwar von denAlemannen sich viele Geiseln stellen lassen, zu grösserer Sicherung derReichsgrenzen an oberer Donau und oberem Rhein ordnete er aber dochdie Erbauung einer Reihe von festen Thürmen und Castellen längs der-' selben und sogar bis zum Ocean hin an. Die Römer brachen den Ver-trag zuerst, indem sie an den Ufern des Neckar eine Festung erbautenund auch den Berg Piri (in der Nähe d. h. Heidelberg) befestigten.

Vergebens waren die Vorstellungen der Alemannen, die nun imJ. 369 auf's Neue zu den Waffen griffen, die römischen Arbeiter über-fielen , welche in ihrem Lande an der Herstellung der Befestigungen ar-beiteten, und sie fast alle niedermachten.

§. 420.Vierter Krieg Valentinian's I. (370371).

Im J. 370 fielen die Sachsen von der Seeseite her wiederum dieKüsten Gallien's an. Der comes Nannianus, der ihnen gegenüberstand, sammelte seine Truppen und rückte den Sachsen entgegen, erwurde aber geschlagen und selbst verwundet. Valentinian schickte ausTrevirum ihm den Severus mit ansehnlichen Kräften zu Hülfe. Durchdie Anzahl und das kriegerische Aussehen der Römer eingeschüchtert,baten die Sachsen um Frieden, und es wurde ein Vertrag mit ihnen ge-

Galitzin, Allgera. Kriegsgeschichte. 1,5. 19