Druckschrift 
Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
Entstehung
Seite
219
Einzelbild herunterladen
 

57. Die Völker, gegen welche die Römer in dieser Periode Kriege führten. 219

Stämme ausübte, durch seine Sorge für sie, seine Freigebigkeit gegensie, und ebenso sehr durch die ausserordentliche Liebe und Verehrung,mit welcher sie ihm anhingen. Nach seinein Tode löste sich das von ihmbegründete Königreich oder Staatenbund ebenso rasch wieder auf, als esentstanden war. In der Kleidung und Bewaffnung der Hunnen warinzwischen schon eine grosse Veränderung vor sich gegangen: bereichertdurch die unermesslichen Schätze, welche ihnen als Kriegsbeute zuge-fallen, kleideten und bewaffneten sich die Hunnen jetzt weit besser undreicher als früher, ihre Anführer und vornehmsten Krieger sogar mitLuxus, ja selbst das Zaumzeug ihrer Pferde schmückten sie in reicherWeise. Uebrigens fochten sie nach wie vor zu Pferde und ihre Kampf-weise blieb dieselbe wie früher. In der furchtbaren und blutigen Schlachtauf den cafalaunischen Feldern (in der Champagne) im J. 451nahm Attila mit seinen tapfern und treuen Hunnen die Mitte der Schlacht-ordnung seines Heeres ein, während zu beiden Seiten die Krieger derihm gehorchenden Gepiden. Ostgothen, Heruler, Rugier, Gelonen,Skirren, ^Burgundionen, Bellonoter, Neurier, Bastarner, Thuringer undandere germanische und sarmatische (slawische) Völker standen.' DieSchlacht begann mit lebhaftem Bogenschiessen und Speerwerfen, wobeiauf Attila's Seite sich die Scythen (Slawen) besonders geschickt er-wiesen. Dann entspann sich das Handgemenge zwischen der beider-seitigen Reiterei und Fussvolk. Die Hunnen, angefeuert durch Attila'sGegenwart, durchbrachen das schwache feindliche Centrum, trenntendie beiden Flügel und richteten dann, sicli nach links wendend, alle ihreKräfte gegen die Westgothen, die sie auch zurückdrängten. Nun aberwurden sie selber in Flanke und Rücken durch den andern Theil derWestgothen angegriffen, während die bereits geworfenen, aber neu sichforniirenden Westgothen sie in der Front bedrängten, und nur schwachvon ihren Tributären unterstützt mussteu sie endlich sich zu ihrem Lagerzurückziehen. Hier sassen die hunnischen Reiter ab und schickten sichzu hartnäckigster Vcrtheidigung im Kampfe zu Fuss hinter der Wagen-burg an. Die ersten feindlichen heranstürmenden Truppen wurden miteinem furchtbaren Hagel von Geschossen überschüttet, wonach der Feindnicht weiter Attila anzugreifen wagte und ihn ungehindert seinen Rück-zug über den Rhein antreten Hess.

i &

§. 403.Die Perser.

Ueber die Geschichte Persiens in der Periode, da die Dynastie derSassa niden (vonSassan abstammend) herrschte, stimmen die An-gaben der orientalischen und westlichen Historiker mehr unter sich