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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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210 IV. Von Augustus bis zum Untergang des Weströmischen Reiches.

wollte um der fortgesetzten häufigen Einfälle der Sarmatten in Dacienwillen dieses Land schon ganz aufgeben und konnte nur um schweresGeld von den Sarmaten den Frieden erkaufen. Aber unter MarcAurel (161180) betheiligten sie sich an dem Kriege der Marcomannengegen die Eömer und Marc Aurel liess, nachdem er sie besiegt hatte,eine Medaille prägen, auf welcher er sich den Ueberwinder derSarmaten nannte. Aber ihre Macht war dadurch keineswegs ge-brochen, und wie die Römer erfuhren, hatten die Worte Friede undRuhe keine Bedeutung bei ihnen. Die römischen Kaiser nach MarcAurel waren sehr oft genöthigt, mit ihnen zu kämpfen. Unter Aurelian(270275) befreiten sie gemeinschaftlich mit den Gothen Dacien undzwangen Aurelian, die römischen Kolonisten von dort nach Mösienfort zu nehmen. Bald war das ganze Karpathen- und Theissgebiet inder Gewalt der Sarmaten, gegen welche im J. 294 auch Diocletianzuden Waffen griff, und daher wurden die jenseits der Karpathen ansässigenUreinwohner {Carpiani) mit dem Namen Sarmatae servi belegt, imGegensatz zu ihren Besiegern , den Sarmatae liberi Jasyges. DerEinfall der Gothen und ihre Festsetzung in dem Dnjeprgebiet (s. oben§. 396) löste den Zusammenhang zwischen den Donau- und den Don-Sarmaten, so dass die Ersteren keine Verstärkung oder Unterstützungmehr von den Letzteren erlangen konnten. Constantin der Grosse(306337) machte sich das zu Nutze, unterwarf die Donau-Sarmaten undzwang sie, wie die Gothen, um Frieden zu bitten und Geiseln zu stellen.Bald aber entstanden in den Ländern jenseits der Donau neue Unruhen:die Gebirgs-Sarmaten, unterdrückt [Sarmatae servi, Limigantes) erhobensich 334 gegen die Donau-Sarmaten, die freien, [Sarmatae liberi, Ar-caragantes) und trieben sie theils zu den Quaden (in's heutige Böhmen),theils über die römischen Grenzen, wo sie in einer Stärke von etwa300,000 Mann in römische Dienste traten. Constantin d. Gr. ver-traute ihnen den Schutz der Donaugrenzen, welche er noch durchFestungen verstärkte, so: Distra oder Dorostol (Silistria), Constantia(Kustendsche), Pleskow und Megalopolis oder Gross-Preslawa. Con-stantius lag mit ihnen von 357358 im Krieg. Unter Valens(364378), als die in römischem Gebiet aufgenommenen Gothen gegendie Römer aufstanden und die Alanen zu Hülfe riefen, drangen auch dieSarmaten in Mösien ein, wurden jedoch durch den Nachfolger des Valens,Theodosius I. (379) wieder hinausgeworfen. Endlich im 5. Jahrh.lagen die Donau-Sarmaten in beständigem Kriege, bald für die Römer,bald gegen sie, und aus jener Zeit wird rühmliche Erwähnung gethanihrer Führer: Bagai oder Wida oder Weida, und Babai, welcheSingidunum (heute Belgrad) erobert haben sollen, bald nachher aberselbst von den Gothen besiegt wurden.