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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
Entstehung
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20S IV. Von Augüstüs bis zum Untergang des Weströmischen Reiches.

Im 1. Jahrb. n. Chr. lagen sie häufig mit den Eömern im Kampfe unddrangen in Mösien ein. Der römische Histöriograph Spartianus er-zählt, dass der Kaiser Hadrian (117 138) mit dem RoxolanenkönigeRasparasan über Verringerung des Tributes unterhandelte, welchendie Römer ihm zahlen mussten, und als diese Unterhandlungen zu einemErfolge geführt hatten, errichtete er diesem Könige zu Ehren eine Statueim Felde, fügte dem Namen desselben seinen eigenen hinzu und nannteihn P. Aelitis Rasparasanus. Später, nach dem Auftreten der Go-then am schwarzen Meere kommt der Name der von ihnen besiegten Ro-xalanen immer seltener vor und verschwindet im 5. Jahrb. ganz und gar.Ein anderer Stamm der Roxalanen erscheint weit später an der Mündungder Weichsel.

Die Sprache der Sarmaten wurde der illyrischen (späteren bulga-rischen und serbischen) ähnlich gefunden, als ihre ursprünglichen Wohn-sitze galt das Land vom Don bis Biarmia (Perm), Lithauen und Polen,wonach der Irrthum derjenigen Schriftsteller des 18. und 19. Jahrb. er-sichtlich ist, welche Polen Sarmatien nannten, und die Polen zu denSarmaten rechneten.

Gleich den Scythen verehrten auch die Sarmaten den Gott desKrieges in der Form eines heiligen Schwertes, ihm zum Opfer wurdenPferde geschlachtet, den Sommer brachten sie im Felde zu, den Winterlebten sie in Hütten. Ihre Regenten nannten sich Könige oder Fürsten,der oberste König führte den TitelHerr", (Spadines, russisch Gos-podin); ihre Aeltesten und Richter waren Helden, welche im KriegeRuhm erworben hatten. Das Heer der Sarmaten war immer sehr zahl-reich : so schickten die Siraces oder Ugri'i, ein Sarmatenstamm, dembosporischen König ein Hülfsheer von 20000 Mann zu, derHerr" aber,oder König der Aorsi, eines anderen sarmatischen Stammes, stellte200000 Mann Reiterei, welche überhaupt die Hauptmacht des sarma-tischen Heeres bildete. Sie war vorzugsweise zu Ueberfällen geeignet,führte unglaublich rasche und weite Märsche aus, kämpfte mit Bogen undPfeilen, welche in Gift getaucht waren, mit langen Lanzen, Schwerternund Dolchen. Schilde gebrauchten die Sarmaten nicht, ihre Panzer undHelme fertigten sie aus Thierfellen , oder aus Hörnern und Pferdehufen,welche in geschickter Weise schuppenartig verbunden waren. Von früherKindheit an wurden sie an Reiten und kriegerische Thätigkeit gewöhnt,sogar ihre Weiber kämpften zu Pferde mit. Die Bekleidung der Sar-maten bestand in einem weiten Untergewande (Pluderhosen) das überdie Kniee reichte, und einem langen Mantel ohne Aermel, der auf blossemLeibe getragen und auf der Schulter zusammengenestelt wurde; imWinter aus einem Kaftan (Rock) mit Aermeln, aus Thierhäuten gefertigt,und einer Kopfbedeckung [capuchon), die Kopf und Gesicht mit Aus-