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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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202 IV. Von Augustus bis zum Untergang des Weströmischen Reiches.

reiche der Vaudalen in Afrika ein Eude, nachdem es 105 Jahre bestan-den hatte.

§. 399.Die Seythen.

Ebenso wie oben (§§. 350 und 395) die älteren und neueren Nach-richten über die vorn Rhein östlich und von der Donau bis zur Nordseewohnenden Germanen mitgetheilt wurden, sollen hier Nachrichten überdiejenigen Völker gegeben werden, welche östlich von den Ger-manen in Ost-Europa vom Baltischen zum Schwarzen Meeresassen, vor Allen aber über die Seythen und Sarmaten, die ältestenEinwohner dieser Länder.

Scythien nannten die alten Griechen anfänglich das ganze heutigeSüd-Russland, später dehnten sie diese Bezeichnung auf das ganze östlicheEuropa bis zum hohen Norden hin aus. Herodot's Beschreibung Scythienswar ein Gegenstand der Erforschung für viele europäische Gelehrte derletzten drei Jahrhunderte; aber vollkommen befriedigend sie aufzuklären,gelaug nur zwei neueren Gelehrten: L i n d n e r, Sky thien und die Skythendes Herodot und seine Ausleger; Stuttgart 18-11, und Nadeschdin,Aufzeichnungen der Odessaer Gesellschaft für russische Geschichte undAlterthümer, 1. Bd., 1844. Aus ihren Forschungen ergiebt sich Folgendes:

Scythien, nach den Begriffen der Griechen, bildete ein Viereck vonder Mündung des Ister (Donau) bis zum Marktplatz Cremni, dem heu-tigen Berdjausk, es umschloss also die heutigen Gubernien Taurien undCherson, die Provinz Bessarabien, einen Theil der Gubernien Jekathe-riuoslaw. Podolien undKijew, fast die ganze Moldau, Bukowina und denKolomischen Kreis in West-Galizien. Die Bewohner der Tanais- (Don-)Ufer hiessen schon nicht mehr Seythen, sondern Sa uro maten (s.unten Sarmaten), obgleich ihre Sprache der der Seythen ähnelte. DieBewohner der Südküste der heutigen Krim hiessen Taurier , nach ihnenwurde diese Halbinsel Taurien genannt.

Die Griechen theilten Scythien in Gross- und Klein-Scythien.Die Flüsse in dem ersteren hiessen: N a p a r i s (Bistritza), A r a r o s (Mol-dau), Tiarantos (Sereth), Ordessos (Buirlat oder Berlat), ParataoderPyretus (Pruth), Tyras (Dnjestr), Hypanis (Tiligul und Bug),Panticapes (Ingul). Hypakiris (Inguletz). Erros (Busuluk), Bo-rysthenes (Dnjepr). Klein-Scythien hiess das Land von der Niederungdes Dnjepr südöstlich und die Halbinsel Taurien.

Die Bewohner von Klein-Scythien waren die köuigischen Sey-then {(jaoiltKoi), neben dem Dnjepr-Liman, dem Residenzorte der scy-thischen Könige. Die Gegend unterhalb der Dnjepr-Wasserfälle, dasLand der Jarower, nannten die Griechen Gerrhi oder Errh