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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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\ 70 IV. Von Augustus bis zum Untergang des Weströmischen Reiches.

Colonien daselbst auf das rechte Donauufer nach Mösien verpflanzte.Dann traf er Anstalten zu einem Feldzuge gegen die Perser, an welchenfür die Besiegung Valerian's und das barbarische Verfahren gegen diesennoch keine Rache genommen war. Im März 275 war er bereits bis By-zantium gelangt und schickte sich zum Uebergange nach Kleinasien an,als in Folge einer Verrätherei seines vertrauten Geheimschreibers er vonden ältesten Legaten und Heerführern seiner Armee (s. §. 362) ermordetwurde, zum grössten Leidwesen seines Heeres, welches den zwar äusserststrengen, aber kriegerischen, tapfern und stets siegreichen Aurelian hochverehrt hatte. Die Folgen seiner Ermordung wurden auch früher (§. 362)bereits angegeben.

§. 386.Feldzüge des Probus (276282).

Probus, gleich Aurelian' vom gemeinen Soldaten zum Range einesLegaten emporgestiegen, war durch Tacitus, Aurelian's Nachfolger,zum Oberbefehlshaber der Truppen im Orient ernannt worden und wurdenach des Tacitus Tode im J. 276 von seinen Legionen zum Kaiser aus-gerufen. Durch seine ausgezeichneten Kriegsthaten in allen Gegendendes Reichs berühmt, noch im blühendsten Mannesalter stehend, war ermehr als der hochbetagte Tacitus befähigt, über das Reich in den da-maligen schweren Zeiten zu herrschen.

Während dessen hatte Florian us, des Tacitus Bruder, welchermit der Verfolgung der von dem Mäotischen (Asowschen ; Meere her überdie Kaukasus-Landenge nach Kleinasien eingefallenen und von Tacitusund Florianus abgeschlagenen Alanen beschäftigt war, sich zum Kaiserproklamirt, war vom Senate wie von den europäischen Provinzen aner-kannt worden und gegen Probus aufgebrochen. Der Letztere rückte ihmlangsam entgegen, da er weniger auf einen Sieg im Kampfe bedacht war,als auf die Einwirkung der sengenden südlichen Sonne auf die europäi-schen Truppen des Florianus hoffte. In der That brachen bald Krank-heiten unter ihnen aus, und mit Florianus unzufrieden, ermordeten ihnseine Soldaten und gingen zu Probus über.

Die erste Handlung des Probus war nun ein Zug nach Gallien, umes von den Franken, Vandalen und Burgundionen zu befreien, welche'unter Tacitus sich desselben bemächtigt hatten. Probus besiegte sie indrei grossen Schlachten , fügte ihnen einen Verlust von 400000 (?) Mannzu, entriss ihnen den grössten Theil der geraubten Beute und etwa 70von ihnen eroberte Städte und verfolgte sie über den Rhein, auf dessenrechtem Ufer seit Maximin kein römisches Heer wieder erschienen war.Siegreich drang Probus über den Neckar und bis zur Elbe vor, verheerte