55. Die bemerkenswerthesten Kriege u. Feldzüge d. Körner währ, dieser Periode. 159
Römer die an der Nord- und Ostküste des Schwarzen Meeres wohnendenVölker) gleichzeitig in Kleinasien, Mösien und Thracien.
Valerian war unterdessen ruhig und unthätig in Antiochia gebliebenund hatte nach langem Zaudern und Schwanken endlich den LegatenFelix zum Schutze vonByzantiuni entsendet, er selbst rückte in Cappa-docien ein. Als er aber den Abzug der Scythen erfuhr, kehrte er nachAntiochia zurück, ohne den Feind gesehen zu haben.
Gleichzeitig mit diesen Einfällen der Scythen wüthete die aus Syrieneingeschleppte Pest furchtbar in den östlichen Provinzen Roms, und fielSapor, aufgereizt durch den römischen Ueberläufer Cyriades und dieOhnmacht des römischen Reiches erkennend, in Mesopotamien ein. Nisi-bis und Carrhae wurden im Sturm erobert, dann drang er in Syrien ein,griff Antiochia unerwartet an, nahm, plünderte und schleifte es. Danachwandte er sich mit seiner unermesslichen Beute nach Persien in der Ab-sicht, den Krieg in den römischen Provinzen mit Nachdruck fortzusetzen.Cyriades, welchen er seinem Schicksal überlassen hatte, nahm den TitelCäsar an, wurde aber bald von seinen eigenen Truppen ermordet.
Valerian liess, nach Antiochia zurückgekehrt, diese Stadt wiederaufbauen und nahm deshalb den unpassenden Titel: Wiederherstel-le!' des Orients an.
Im J. 260 brach Sapor abermals in Kleinasien ein und belagerteEdessa. Valerian setzte sich zur Befreiung dieser Stadt in Marsch, wurdeaber in der nahe derselben stattfindenden Schlacht in Folge des Verratb.esdes römischen Legaten Macrianus geschlagen, gefangen genommenund nach Persien geführt, wo er in der Gefangenschaft starb. Gallienus,der hierauf den Kaisertitel annahm, that gar Nichts, weder zur Befreiungseines Vaters, noch zum Schutze des Staates, wozu er auch ganz unfähigwar. Während dessen aber setzten die nördlichen Völker und die Perserihre räuberischen Einfälle in Gallien, wie in die Donau- und östlichenProvinzen des römischen Reiches fort. Im Innern des Reiches erstandengerade zu dieser Zeit an 20 Imperatoren (mit den dazu gehörigenCäsaren sind sie unter der Bezeichnung der dreissig Tyrannen be-kannt) , Sicilien wurde durch Sklavenempörungen verwüstet, in Rom undin allen Provinzen wüthete die Pest.
Kurz danach, im selben Jahre 260, fiel Sapor aufs Neue in Syrienein, eroberte Antiochia, wendete sich dann nach Cilicien, nahm Tarsusund belagerte Cäsarea in Cappadocien. Der römische Legat Demosthenesvertheidigte diese Stadt kräftig, schliesslich musste sie aber doch derUeberzahl der Perser unterliegen. Sapor, der seine Eroberungen immerweiter ausdehnte, schickte sich schon zur Unterwerfung von ganz Klein-asien und Wiederherstellung der Monarchie des Cyrus an, als der rö-mische Legat Balista und der Fürst von Palmyra, Odenatus, seinen