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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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54. Die bemerkenswerthesten Kriege u. Feldzüge d. Körner währ, dieser Periode. 143

läge und der Vernichtung seiner Armee jede Hoffnung sinken und stürztesich in sein Schwert. Er war ein befähigter und tapferer Heerführer,aber es fehlte ihm gegenüber seinem schlauen Gegner an der nöthigenVorsicht. Gegen die Familie und die vornehmeren Anhänger des Albinus,welche in Gefangenschaft gerathen waren, verfuhr Severus mit grosserGrausamkeit. In Gallien und Hispanien wurden auf seinen Befehl strengeUntersuchungen vorgenommen und Alle, die sich daselbst für Albinuserklärt hatten, wurden zum wenigsten mit der Confiscation ihres Ver-mögens bestraft. Seine Rache fiel sogar auch auf den Senat, der sich aufdes Albinus Seite geneigt hatte, und 41 der vornehmsten Senatorenwurden hingerichtet.

Einige Zeit hielt sich Severus noch in Gallien auf, dann kehrte er,nachdem er Britannien in zwei Provinzen getheilt, mit seinem Heere nachßom zurück, jetzt der allein sich behauptende Kaiser, der in 4jährigemBürgerkriege über drei Nebenbuhler, welche sich den Kaisertitel ange-masst, gesiegt hatte.

§. 376.Krieg mit den Parthern (198200).

Im Frühjahr 198 ging Severus abermals nach dem Orient, um dieParther zu züchtigen, welche, während er mit Albinus in Gallien Kriegführte, in Mesopotamien eingefallen waren und Nisibis belagert hatten.Zunächst hatte er, gleich nach der Schlacht bei Lugdunum den LegatenLatus mit einem Theil seiner Streitkräfte dorthin abgesandt, mit derHauptmacht folgte er diesem von Born aus. Auf die Nachricht hiervonhoben die Parther die Belagerung von Nisibis auf und zogen ab. Nunkehrte Severus nach Syrien zurück und zwang auf dem Zuge dorthinden König Augarus der Osroener sich zu unterwerfen. Geiseln und Hülfs-truppen zu stellen.

Den Winter, Frühling und fast ganzen Sommer des J. 199 benutzteSeverus zu grossen Vorbereitungen für die energische Kriegführung gegendie Parther, und erst gegen Ende des Jahres, um die grosse Hitze desSommers zu vermeiden, eröffnete er den Feldzug. Am Euphrat ange-langt, setzte er einen Theil seines Heeres auf eine grosse Anzahl vonSchiffen, welche schon vorher auf seinen Befehl an diesem Flusse erbautwaren, und schickte diese Flotte den Strom hinab, während er selbst mitder Hauptmacht auf beiden Ufern entlang folgte ; er hatte den Bruder desPartherkönigs Vologeses III. (nach Herodianus Artabanus beisich, um von seiner Kenntniss der Gegend Nutzen zu ziehen. Ohne aufWiderstand zu stossen, gelangte er nach Babylon und dann nach Se-leucia, das von den Einwohnern verlassen war, und belagerte die par-