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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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142 IV. Von Augustus bis zum Untergang des Weströmischen Reiches.

schwächen, wurde Palästina davon abgetrennt und in eine besondereProvinz verwandelt, mit der Hauptstadt Tyrus.

Byzantium hingegen vertheidigte sich 3 Jahre lang gegen das Be-lagerungsheer des Severus: wozu besonders der geschickte Architekt undMechanikus Priscus aus Bithyiiien beitrug. Aber der furchtbarsteHunger zwang schliesslich, im J. 196. die Belagerten zur Uebergabe. undauch sie wurden durch Severus mit grausamen Strafen belegt. Alle Per-sonen von Rang und die Machthaber in der Stadt, sowie Alle, welchedie Waffen getragen hatten, wurden zum Tode verurtheilt, die übrigenEinwohner aller Rechte beraubt, die Mauern von Byzanz total zerstört,die Stadt in ein Dorf verwandelt und unter die gegenüberliegende StadtPerinth gestellt.

Nun wandte Severus sich zum Kriege gegen die Bewohner von Ara-bien, Adiabene, Osroene und Parthien, welche Alle mehr oder minderden Niger unterstützt hatten. Er setzte sich in den Besitz von Mesopo-tamien . welches schon durch Marc Aurel und Veras zur römischen Pro-vinz gemacht war, in das aber von allen Seiten die Feinde eindrangen,und sicherte sich auch den Besitz von Nisibis, einer durch ihre Lage undausgebreiteten Handel sehr wichtigen Stadt.

Nachdem Severus solchergestalt den Schrecken der römischen Waffenim Orient verbreitet hatte, wo seit 30 Jahren man keinen Römer mehrgesehen, richtete er seine Aufmerksamkeit nach Britannien, wo der CäsarAlbinus Ansprüche auf den höchsten Titel Augustus. d. h. Kaiser, er-hoben, Gallien und Hispanien auf seine Seite gebracht, und sogar Ver-bindungen mit dem Orient angeknüpft hatte. Sobald er sich für starkgenug hielt, Hess er sich öffentlich zum Augustus ausrufen.

Severus, welcher auf seinem Rückwege nach Rom hiervon hörte,erklärte sofort den Albinus für einen Feind des Staates. ernannte seinen8jährigen Sohn Bassianus. unter dem Namen Marcus AureliusAntoninus (später Caracalla) zum Cäsar (Mitregenten) und zogmit dem Heere nach Mysien. Inzwischen war Albinus aus Britanniennach Gallien übergegangen, um von dort über die Alpen nach Rom zuziehen. Severus aber, der seine Absicht durchschaute, besetzte mit einemTheile seiner Truppen die nach Italien führenden Alpenflüsse, und zogmit der Hauptmacht in Geschwindmärschen nach Gallien, wo Albinussich schon der grossen Stadt Lugdunum (Lyon) bemächtigt hatte. In derNähe dieser Stadt bezogen beide feindlichen Armeen befestigte Lager.Nach mehreren kleineren Gefechten kam es (197) zur allgemeinenSchlacht, in welcher beide Theile lange Zeit heiss um den Sieg rangen,endlich neigte sich dieser auf des Severus Seite, welchem die Historikerauch die Ueberlegenheit über Albinus in kriegerischer Begabung zu-sprechen. Lugdunum wurde geplündert, Albinus liess nach der Nieder-