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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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54. Die bemerkenswerthesten Kriege u. Feldziige d. Römer währ, dieser Periode. ] 39

68 Jahre alt, übernahm sofort in kluger und gerechter Weise die Führungder Staatsgeschäfte nach ihrem ganzen Umfange. Sein Name war vonsolchem Einfluss auf die Greuzfeinde Roms, dass viele derselben, welcheihn aus früheren Kriegen kannten, gutwillig die Waffen niederlegten.Im Innern aber setzte er dem Uebermuth und der Eigenmächtigkeit derPrätorianer Schranken. Aber eben dadurch brachte er diese gegen sichauf, und, von ihrem Präfekten Latus aufgereizt, dem Mörder des Com-modus, tödteten sie am 23. März 193 auch den Pertinax und verkauftennun den Imperatortitel dem das meiste Geld dafür Bietenden, dem sitten-losen und a-eichen Lüstling D i d i u s J u 1 i a n u s, trotzdem das Volk diesenoffen verachtete.

Indessen hatten die illyrischen Legionen auf die Nachricht von derErmordung des Pertinax sofort ihren Feldherrn, den Proconsul Septi-mius Severus, zum Kaiser ausgerufen und verlangten, dass er siegegen die Mörder des Pertinax führen solle. Septimius Severus brachungesäumt in Gewaltmärschen mit ihnen nach Rom auf; aber noch eheman dies in Rom erfuhr, hatten die syrischen Legionen den Statthaltervon Syrien Pescennius Niger, zum Imperator proclamirt, welcherfast von allen römischen Provinzen des Orients anerkannt wurde.

Während Septimius Severus rasch auf Rom marschirte , traf DidiusJulianus daselbst keinerlei Vertheidigungsanstalten, wurde vom Senateverlassen, hingerichtet und dann Septimius Severus zum Kaiser aus-gerufen. In Rom angelangt, löste dieser Letztere sofort die prätoriani-schen Cohorten auf, vertheilte sie auf die benachbarten Legionen undliess 300 Mann von ihnen, welche sich der Ermordung des Pertinaxschuldig gemacht hatten, hinrichten. Dann stellte er die tapfersten undzuverlässigsten Krieger aus seinen illyrischen Legionen zusammen undformirte daraus neue, viermal so starke (40000 Mann, prätorianische Co-horten. Ehe er sich aber nach dem Orient gegen Pescennius Niger wen-dete, beschlosser, sich nach der Seite des Clodius Albin us zusichern,der die Legionen in Britannien commandirte, und welchen er im Ver-dacht hatte, dass er sich zum Imperator proklamiren wolle. Zu diesemZwecke ernannte er denselben zum Cäsar, um ihn für sich zu gewinnen,und traf dann grosse Vorbereitungen zu dem Kriege gegen Niger. Die inIllyrien zurückgebliebenen Truppen liess er nach Thracien rücken, dieFlotten bei Ravenna und Misenum sollten die Truppen aus Italien nachGriechenland überführen, nach Afrika wurden Legionen entsandt, umAegypten und Cyrenaica gegen Niger zu vertheidigen. Dann brach Septi-mius Severus aus Rom auf, ohne dem Senate anzugeben, wohin und zuwelchem Zwecke er abreise. Auf dem Marsche empörten sich seineTruppen, das gewöhnliche Geldgeschenk ^lonatimim) fordernd, sie wur-den aber duich Auszahlung eines Theiles desselben beschwichtigt.