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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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53. Die bemerkenswerthesten Kriege u. Feldziige d. Römer währ, dieser Periode. 1 27

vier Stellen zugleich an, wurde aber überall zurückgewiesen und konntesich nur über den Rhein schwimmend retten. Die römische Flotte er-schien auch hier erst später, weil Cerealis, rasch handelnd, ihr zu wenigZeit dazu gelassen hatte.

Gerade als Cerealis das Winterlager bei Novesium besichtigte, wurdeer in einer finstern Nacht plötzlich durch die Germanen angegriffen undverdankte sein Leben nur einem glücklichen Zufall. Es trifft ihn dabeiinsofern eine Schuld, als er bei allen seinen kriegerischen Tugenden dochdie Disciplin und die Ordnung des Dienstes, namentlich des Sicherheits-dienstes , bei seinen Truppen nicht aufrecht erhielt. Bei diesem nächt-lichen Angriff der Germanen wurden viele Schiffe der römischen Rhein-flottille fortgenommen und das bei diesen befindliche prätorische Schiff(Admiralschiff) als Geschenk an die Prophetin Velleda gesendet.

Nach einem vergeblichen Versuch des Civilis, einen Seesieg zu er-langen, kehrte dieser auf das linke Rheinufer zurück, gerade als Cerealisdie batavische Insel verheerte. In dem inzwischen zu Ende gehendenHerbst trat der Rhein aus seinen Ufern, so dass er diese Insel Uberfluthete;bei den Römern machte sich der Mangel an Schiffen und an Zufuhr vonLebensmitteln fühlbar, die Germanen wünschten einen neuen Feldzug zueröffnen, Civilis aber, des fortgesetzten Krieges überdrüssig, neigte sichzum Frieden. Cerealis benutzte dies und bot den Batavern Frieden, demCivilis aber Verzeihung an. Nach einer persönlichen Unterredung mitCivilis auf einer Brücke über die Waal wurde endlich zu Ende desHerbstes 70 der Friede geschlossen, und seitdem blieben die BataverFreunde und Verbündete der Römer.