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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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53. Die bemerkenswertbesten Kriege u, Feldzüge d. Römer währ, dieser Periode. 1 23

Hülfstruppen sagten sich sofort von dem Schutze der Interessen des Vi-tellius los, die römischen Veteranen schwankten und schwiegen hart-näckig, als sie dem Vespasian den neuen Eid leisten sollten. Als Civilisnun von Vespasian aufgefordert wurde, die Feindseligkeiten einzustellen,antwortete er erst ausweichend, bald darauf aber mit offener Feindschaft,indem er, selbst vor Castra vetera verbleibend, den Julius Maximusund seinen Neffen Claudius Victor mit den alten batavischen Cohortenund den Germanen gegen Vocula abschickte. Diese führten einen plötz-lichen raschen Ueberfall auf Vocula bei Asciburgium aus, er wurde an-fänglich geschlagen, nachdem aber einige vasconische 'baskische, ausHispanien) Cohorten, welche den Batavern in den Rücken fielen, denKampf wiederhergestellt hatten, wurden schliesslich die Bataver ihrerseitsaufs Haupt geschlagen. Statt aber diesen Sieg rasch auszunutzen, bliebVocula mehrere Tage auf derselben Stelle unthätig stehen, zog dann nachCastra vetera, schlug Angesichts des Civilis ein verschanztes Lager aufund brach dann, alles Gepäck in demselben zurücklassend, gegen Civilisauf. Zu gleicher Zeit führte auch Lupercus einen Ausfall aus, und Civilis,welcher durch einen Sturz mit dem Pferde in Gefahr der Gefangenschaftgerieth, ward vollständig geschlagen. Aber wiederum nutzte Vocula sei-nen Sieg nicht aus, sondern beschränkte sich darauf, das Lager der römi-schen Truppen zu verstärken, was mit Recht bei Letzteren den Verdachthervorrief, dass er. absichtlich den Krieg in die Länge ziehen wolle. DieUnzufriedenheit der Truppen steigerte sich noch in Folge des Mangelsan Lebensmitteln, weil an den Ufern des Rheins keine geholt werdenkonnten, da die Germanen dies verhinderten. Deshalb schickte Vocula,der seine Verbindung mit Lupercus bereits vollzogen hatte, Fahrzeugeunter geringer Bedeckung nach Novesiurn auf Fonragirung. Das ersteMal kehrten sie wohlbehalten zurück, und das Heer wurde versorgt;aber das zweite Mal griff Civilis plötzlich die Bedeckung an, und es ent-spann sich ein heftiger Kampf, den nur die Nacht beendete. Unter ihremSchutze erreichte die Bedeckung mit Mühe Gelduba. Eben dahin begabsich auch Vocula mit einem Theil der Truppen zur Hülfe und Verstärkungder Fourageurs. Während dessen schloss Civilis den Lupercus in Castravetera aufs Neue eng ein.

Aber damit war es noch nicht genug der kläglichen Thaten der rö-mischen Feldherren und Truppen, hervorgegangen aus dem Ungeschickder Ersteren und dem meuterischen Sinn der Letzteren. Die Legionenforderten die gewöhnlichen Geschenke donativum], welche Vitellius beiseiner Ernennung zum Kaiser geschickt hatte. Hordeonius hatte dieSchwäche, dieses Geld herauszugeben, die Legionen berauschten sichund brachten ihn um, Vocula entging nur durch die Flucht dem gleichenSchicksal Civilis griff, als er dies erfuhr, das römische Lager an; die