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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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52. Kurzer historischer Ueberblick der Kriege Boras in dieser Periode. 79

nehmender als jene. Sie hatte sich bereits Syriens, Aegyptens und einesTheils von Kleinasien bemächtigt und Longinus ihr den Gedanken ein-gegeben , ein von Eom unabhängiges Griechisches Königreich zu grün-den. Gegen sie wandte sich nun Aurelianus im J. 272, nachdem er dieabgefallenen Provinzen im Westen wieder zurückerobert und alle An-gelegenheiten in denselben geregelt hatte. Zenobia concentrirte ihreHauptmacht in Syrien, und hier kam es bei Emesa zur Entscheidungs-schlacht , in welcher die Römer den Sieg erlangten, den sie aber selbst,nach den Worten des Historikers Vopiscus, einem übernatürlichen Wunderzuschrieben. Zenobia zog sich nach Palmyra zurück; Aurelian belagertesie und forderte die Uebergabe, allein, auf die Hülfe der Perser hoffend,verweigerte sie dieselbe in stolzer und beleidigender Weise. Als von denPersern keine Hülfe kam und in Palmyra der Hunger ausbrach , entflohZenobia aus der Stadt auf einem Kameele und war schon am Euphratangelangt, als die von Aurelian ihr nachgesendeten Verfolger sie ge-fangen nahmen und in das römische Lager führten. Nun ergab sich Pal-myra, und die Einwohner lieferten an Aurelian die Häupter der Regierungund den Feldherren Zenobia's aus. Da Hess Zenobia den Muth sinkenund schob alle Schuld auf diese Männer, welche demnächst hingerichtetwurden; Zenobia selbst musste dem Aurelian nach Rom folgen, um dortseinen Triumph zu schmücken. Aber noch hatte er die Grenzen Europasnicht .erreicht, als er erfuhr, dass Palmyra sich von neuem erhoben habe.Er kehrte daher sogleich wieder dahin zurück, eroberte die Stadt mitSturm und iiberliess sie zornig dem Grimme seiner Soldaten. Die Ein-wohner wurden niedergemacht, die Stadt selbst zerstört und steht seitjener Zeit in Ruinen, welche von ihrer früheren Ausdehnung und derPracht ihrer Bauten zeugen. Von Palmyra zog Aurelian nach Aegypten,wo ein Aufstand ausgebrochen und ein gewisser Firmus schon zumKaiser ausgerufen war. Ohne grosse Mühe gelang es ihm den Aufstandzu dämpfen und die unterbrochene Zufuhr von Lebensmitteln aus Aegyptennach Rom wieder herzustellen. Bei seiner Rückkehr nach Rom im J. 274feierte Aurelian einen glänzenden Triumph. Vor ihm her wurden in langemZuge wilde Thiere aus allen Ländern der Welt geführt, dann die Gefan-genen in ihren Nationaltrachten, unter ihnen Tetricus und Zenobia, dieLetztere in goldenen Ketten; dann kam die Beute aller Art; hinter dieserfolgte in einem von vier Hirschen gezogenen Triumphwagen Aurelianusselbst; den Schluss des Zuges machte der Senat und das Heer. AberAurelian blieb nicht lange in Rom er fühlte sich vor dem Senate undVolke nicht so an seinem Platze wie vor dem Heere, und führte deshalbim nächsten Frühjahr (275) seine Legionen abermals nach dem Orientgegen die Perser, an denen für die Besiegung Valeriana noch keineRache genommen war. Er war bereits bis Byzanz gekommen und schickte