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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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48 IV Von Augustus bis zum Untergang des Weströmischen Reiches.

Westphalen). Im alten Germanien gab es zur Zeit des römischen Kaiser-reichs bis zum J. 476 keine politische Eintheilung, man kann nur dieWohnsitze der Hauptstämme bezeichnen (bereits oben angegeben). Aberzu erwähnen bleibt, dass diese Stämme häufig, besonders seit dem2. Jahrh., gezwungen waren, ihre Wohnplätze zu wechseln, und dass dieBenennungen, welche die Eömer einigen Hauptvölkern Germaniens bei-legten , oft Bündnisse von mehreren grossen und kleinen Stämmen be-zeichneten. Die Hauptvölker im nördlichen Germanien zur Zeit desAugustus waren: die B ata vi im heutigen Holland, Frisii im h. Fries-land, Bructeri im h. Westphalen, Chauci [majores et minores) imBremischen und Oldenburgischen, Cherusci, ein Bund mehrererStämme im h. Braunschweig, und Catti im h. Hessen. Im südlichenGermanien waren es die Hermanduri im h. Franken, Marcomanniim h. Böhmen und Alemanni, gleichfalls ein Bund mehrerer Völker,welche nur im 3. Jahrh. erscheinen. Zur Zeit des Augustus hiessen allediese Völker Germaniens, besonders des östlichen, welches die Römerein wenig zu kennen anfingen, bei den Bömern mit einem und demselbengemeinsamen Namen Suevi.

Die nördlichen Länder Europas hielten die Römer für Inseln imgermanischen Ocean, welche deshalb zu Germanien gehörten. Diesewaren: Scandinavia oder Scandia, das heutige Süd-Schweden,Nerigon, h. Norwegen, und Eningia oder auch vielleicht Finingia,h. Finnland. Die nördlichste Insel nannten sie Thule.

Ost-Europa von der Weichsel östlich bis zum Tanais, h. Don. hiessbei den Römern im Allgemeinen Sarmatia. Ausser den der Donau be-nachbarten Ländern, wie Dacien u. A., kannten sie in gewissem Gradeauch die Küsten des Baltischen Meeres in Folge des Handels mit Bern-stein, welcher dort von ihnen gesucht wurde.

§. 358.In Asien und Afrika.

In Asien grenzte das römische Reich an Gross-Armenien, an dasparthische Königreich (seit 226 das persische), das sich vom Euphrat biszum Indus erstreckte, und an die arabische Halbinsel. Ost-Asien oderIndien war durch die Handelsverbindungen bekannt, welche sie seit derZeit der Eroberung Aegyptens mit demselben unterhielten. Sie theiltenes in I. Indien diesseits des Ganges [Indiaintra Gangem), d. h.1) die Länder zwischen Indus und Ganges und 2) die Halbinsel diesseits,vorzugsweise das West-Ufer derselben (Malabar), welche sie ziemlichgut kannten, und IL Indien jenseits des Ganges [India extra