51. Kurzer geographischer Umriss des römischen Kaiserreichs etc. -17
V. Die Provinzen, welche zu Anfang des Kaiserreichs noch unab-hängig waren, dann aber in römische Provinzen verwandelt wurden:1) die Inseln Rhodus undSamos, seit dem J. 70, und 2) Lycien,seit dem J. 43.
Armenien und Mesopotamien jenseits des Euphrat wurdendurch Trajan zu römischen Provinzen gemacht, bald danach aber durchHadrian aufgegeben, um die Grenze neuerdings an den Euphrat, d. h.an dessen rechtes Ufer zu verlegen.
§. 356.Besitzungen in Afrika.
Die römischen Provinzen: I. Aegypten, IL Cyrenaica mit derInsel Greta, III. das eigentliche Afrika, IV. Numidien undV. Mauretanien, das bis zum J. 42 seinen eigenen König hatte, indiesem Jahre aber in zwei römische Provinzen zerlegt wurde : 1) Mau-retania Caesarensis zwischen dem Flusse Ampsagus (oder Ampsaga)im Osten und dem Mulucka-Flusse (oder Malva) im Westen, — undMauretania Tingitana, vom Mulucka-Flusse im Osten bis zumOcean westlich. Hauptstadt: Tingis.
II. Benachbarte Länder.
§. 357.In Europa.
1) Germania. Grenzen: im Norden das Meer (Nordsee oder Deut-sches Meer), im Osten unbestimmt, ohgleich die Kömer sie im Allge-meinen bis zur Weichsel ausdehnten, im Süden die Donau, im Westender Rhein. Hauptflüsse: Donau, Rhein, Albis (Elbe), Visurgis (Weser),Viadrus (Oder) und Vistula (Weichsel), ausser diesen erwähnen dieRömer noch oft der Amisia (Ems) und der Lupia oder Lippia (Lippe).Gebirge und Wälder: Hercyniensis oder Hercynia Silva, womit alleWaldgebirge bezeichnet wurden, welche im östlichen Germanien lagen(Erzgebirge, Riesengebirge, schlesische Gebirge u. s. w.), Melibocus(Harz), Sudeti*) (Thüringer Wald), Teutoburger Wald (in Süd-
*) Sudeti, wie Melibocus waren in dem Namen der Hercynia silca einbegriffenund bezeichneten: Erstere die heutigen West-Sudeten nebst Erzgebirge, Letzterer:westlichen Thüringer Wald und Erzgebirge. Anmerk. d. Uebers.