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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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10 IV. Von Augustus bis zum Untergang des Weströmischen Keiehes.

und africanische oder numidische, die germanische Miethscavallerie u.a.bildeten zur Zeit des Kaiserreichs überhaupt den grössten und bestenTheil der Cavallerie in den römischen Armeen. Der Bewaffnung nachgab es schwere und leicbte Reiterei. Die schwere [clybanarü, cataphracti)war wie frliher nach. Art der griechischen Kataphrakten bewaffnet, dieReiter vom Kopf zur Zehe und selbst die Pferde mit Panzer bedeckt. Dieleichte Cavallerie war vorzugsweise mit Wurf- oder Femwaffen aus-gerüstet.

Ausser Fussvolk und Reiterei erscheinen in dem sonst unverändertenBestände der römischen Armeen jener Zeit auch Kriegswurfge-schütze: onagri* x und kleine Handballisten. Unter Augustuswurden diese Wurfmaschinen den Legionen nur zum Gebrauch in ihrenständigen Lagern beigegeben. Aber nach Augustus nahmen die Legio-nen, wenn sie aus dem Lager ins Feld rückten, nicht selten die kleinerenzum Transport geeigneteren Maschinen mit sich. Im Lauf der Zeit ver-breitete sich dieser Gebrauch mehr und mehr und wurde allgemein, na-mentlich zur Zeit Trajan's und in der Periode von ihm bis zu Diocletian.Jede Maschine (Geschütz) wurde transportirt: der onager auf einem mitzwei Ochsen bespannten Wagen, die Handballiste auf einem mit einemPferde bespannten Gefährt, und zu jedem Geschütz gehörten 11 MannBedienung. Sie schleuderten grosse Pfeile, Steine, Bleikugeln und andereKörper und schwere Gegenstände, einzeln oder in ganzen Bündeln oderHaufen, horizontal oder hauptsächlich im Bogen auf eine Entfernung von3400 Schritt, nach Angabe der alten Schriftsteller mit ausserordent-licher Gewalt; ihrer Construction und Transportfähigkeit nach waren sieaber sehr unbehülflich und schwerbeweglich.

Endlich brachten die Römer zu jener Periode, ausser dem Fussvolk,der Cavallerie und den Wurfgeschützen, in ihren Feldschlachten auchElephanten zur Verwendung, aber ziemlich selten und fast ausschliesslichnur in Asien und Africa. Caracalla Hess in dem Kriege gegen die Parthersogar abgerichtete wilde Thiere in der Schlacht los; Andere bedientensich zu gleichem Zwecke ungeheurer Hunde u. s. w. Aber diese derKriegskunst unwürdigen Mittel zur Niederwerfung des Feindes beweisennur den Unverstand und die Feigheit derer, welche zu ihnen griffen, undzeugen noch beredter für den Verfall der Römer und der römischenKriegskunst.

Die Verhältnisszahl zwischen Fussvolk, Reiterei und Wurfgeschützenin der Zusammensetzung der römischen Legionen und Armeen ändertesich zu dieser Zeit insofern, als mit dem zunehmenden Leichterwerden

*) Der onager und die ballista warfen Steine, die catapulta mehr Pfeile; dochwird dieser Unterschied später nicht mehr genau festgehalten. Aninerk. d. Uebers.