358 in. Vom Tode Alexanders d. Gr. bis zu Augustus (323—30 v. Chr.).
dem über Aegypten, welches sich ihm unterwarf und in eine römischeProvinz verwandelt wurde. Den Cäsarion, Sohn der Cleopatra undCäsar's, sowie den Antonin, Sohn der Cleopatra und des Antonius, HessOctavian umbringen; er fürchtete, dass sie ihrer Geburt zufolge zugrosse Ansprüche machen könnten, als dass er sie hätte am Lebenlassen mögen.
Von Aegypten aus nahm Octavian seineu Rückweg durch Judäa.Hier herrschte, wie schon gesagt, Herodes, welcher zur Zeit des sechstenBürgerkrieges sich auf des Antonius Seite geschlagen hatte. Später aberwar er bei Octavian in Rhodus erschienen und hatte sich so zu rechtferti-gen gewusst, dass er sein Wohlwollen erlangte, hatte ihn dann nachAegypten begleitet und so eifrig für den Unterhalt des Heeres auf demWege nach Aegypten und zurück gesorgt, dass Octavian ihn als Königvon Judäa bestätigte.
Bei seiner Rückkehr nach Rom wurde Octavian von Allen als un-umschränkter Herrscher des römischen Staates empfangen, und der biszur Sklaverei unterwürfige Senat überhäufte ihn mit Ehren, Auszeich-nungen und Vorrechten. Octavian selber hatte früher schon vor Allemals nothwendig erkannt, dass seine Triumphe diejenigen aller seinerVorgänger verdunkelten. Er feierte deren drei: den ersten als Besiegerder Japoden, Pannonier und Dalmatier, den zweiten nach dem Siegebei Actium, den dritten nach Unterwerfung Aegyptens. An dem erstenTriumphe Hess er seinen Legaten Carinus theiluehmen, der am meistenzu dem Erfolge des Krieges gegen die Illyrier beigetragen hatte. Denzweiten Triumph feierte er allein. Der dritte war von allen der glän-zendste. Die unermesslichen Schätze aus Aegypten, eine Statue derCleopatra, und deren lebende Kinder gingen dem Triumphator voraus.Der Senat und alle höchsten Staatsbeamten Hessen, statt dos alten ehr-würdigen Gebrauches, aus den Thoren Roms dem Triumphator entgegenund dann in die Stadt vor ihm her zu ziehen, den Octavian voraus ander Spitze einziehen und folgten hinter ihm. In dem Jupitertempel legteOctavian 16,000 Pfund Goldes und 50 Millionen römischer Münzen nie-der. Jedem Soldaten seiner 120,000 Mann starken Armee schenkte erJ 000 Sesterzien. Die Offiziere erhielten reiche Belohnungen in Geld undEhrenbezeugungen. Jeder Mann im Volke wurde mit 400 Sesterzien be-schenkt und bekam eine gewöhnliche Mundportion verdoppelt. Allen,die ihm Etwas schuldeten, erHess Octavian diese Schuld, und die ihmvon den Städten Italiens angebotenen Geschenke nahm er nicht an.Seine drei Triumphe waren von zahllosen Volksfesten und öffentlichenSpielen begleitet. Die Anhäufung unermesslicher Reichthümer undBeute und ungeheurer Schätze in Rom und Italien, besonders auch derUmstand, dass die Thore des Janustempels, zum dritten Male seit der