48. Die röm. Kriege vom Tode Oiisar's bis zu Augnstus (44—30 v.Chr.). 349
erwartete mit den übrigen Schiffen den Cornificius bei Messana (heuteMessina). Menekrates wurde bei Cumä besiegt und getödtet, sein Nach-folger Demochares vereinigte sich nebst den Trümmern der geschlagenenFlotte mit dem Pompejus bei Messana. Bald darauf forderte Octavianden Pompejus bei dem Vorgebirge Scylla zum Kampfe heraus und wurdevon ihm geschlagen Calvisius rettete die geschlagene Flotte Octavian'svor des Pompejus Verfolgung, in der folgenden Nacht aber wurden beideFlotten, des Octavian und des Calvisius, durch einen Sturm fast ganzvernichtet. Statt hiervon Nutzen zu ziehen und die Trümmer von Octa-vian's Flotte gänzlich aufzureiben, blieb Pompejus ürithätig liegen undgab dem Octavian dadurch Zeit zu neuen Rüstungen.
Da inzwischen die fünfjährige Dauer des Triumvirats abgelaufenwar, so verlängerten die Triumvirn dasselbe ganz allein, ohne jede ge-setzliche Formalität, auf weitere fünf Jahre (37-—33). Agrippa, den Octa-vian zum Consul ernannt hatte, wurde von diesem mit Ausrüstung einerneuen Flotte beauftragt. Allein trotz aller hierbei entfalteten Thätigkeitverzögerte der Mangel an Geld die Aufstellung dieser neuen Flotte umein ganzes Jahr. In Kom entstand bei Gelegenheit einer Hungersnoth,welche in Folge dieses Krieges ausbrach, die äusserste Unzufriedenheit.Diese beiden Umstände benutzend, hätten Antonius und Pompejus leichtden Octavian erdrücken können. Antonius aber zauderte, Pompejus ver-harrte in seiner Unthätigkeit, und so verging das ganze Jahr 37. Endlich,im Jahre 3G, brachte auf die wiederholte Aufforderung Octavian's Lepi-dus in Afrika und Numidien ein Heer zusammen, Antonius aber erschieuvon Athen her mit 300 Schiffen vorTarent, ohne sich offen für oder widerOctavian zu erklären. Seine Gemahlin Octavia aber und die FreundeOctavian's, Mäcenas und Agrippa, bewogen den Antonius, dem Octaviangegen Pompejus beizustehen. Es wurde ein neuer Vertrag zwischenihnen abgeschlossen, welchem zufolge Octavian dem Antonius 20,000 MannLandtruppen, Antonius dagegen dem Octavian 120 Schiffe abtrat, welchedieser mit den von Agrippa zusammengebrachten vereinigte. Antoniuswandte sich darauf mit seinen übrigen 180 Schiffen nach dem Osten zurück,Octavian aber beschloss, den Pompejus in Sicilien von drei Seiten zu-gleich anzugreifen : durch Lepidus von Süden her, mit den 120 Schiffendes Antonius aus Tarent von Osten her, er selber von Rhegium aus. Andemselben Tage aber, da der allgemeine Angriff stattfinden sollte, am1. Juni 36, richtete eiii plötzlicher Sturm bei allen drei Flotteuabtheilun-gen grossen Schaden an, und Lepidus allein gelaug es, in Sicilien beiLilybäum zu landen. Octavian Hess indessen seine Flotte mit solcherEile ausbessern, dass nach 30 Tagen er bereits wieder in See gehenkonnte; Pompejus war während dieser ganzen Zeit in unbegreiflicherUnthätigkeit verblieben, wo es ihm doch leicht gefallen wäre, die drei