342 HI. Vom Tode Alexanders d. Gr. bis zu Augustus (328—30 v. Chr.).
der Consulargewalt zu bestätigen, und erfüllten dann Rom mit schreck-lichem Blutvergiessen, welches weit über die zu Marius' und Sulla's Zeitverübten Gräuel hinausging. Jeder der Triumvirn opferte dem Freundeden Freund. Lepidus seinen Bruder Paulus, Antonius seinen Oheim, L.Cäsar, Octavian den Cicero 7- December 43), für dessen Kopf einemverachteten Mörder Popilius Länas eine grosse Geldsumme gezahltwurde. In Strömen floss zu Rom das Blut seiner Bürger, und auf beson-dern Befehl der Triumvirn sollten alle diese Schrecken und Hinrichtun-gen als hochverdienstliche Leichenopfer für Cäsar angesehen und dafürden Göttern Dank gespendet werden, es wurde sogar verboten, die Er-schlagenen zu beweinen und Trauer für sie anzulegen! Einige der Pro-scribirten, die glücklich entkommen waren, flohen zu M. Brutus, zuCassius oder zu Sextus Pompejus, welcher nach der Ermordung Cäsar'svom Senate den Oberbefehl über die Flotte erhalten und mit deren Hülfesich Hispaniens und dann Siciliens, Sardiniens und Corsicas bemächtigthatte.
Nach unerhörten Gräuelthaten, Verfolgungen und AusweisungenHessen im Jahre 42 die Triumvirn den Senat und das Volk einen feier-lichen Eid ablegen auf Beobachtung und Aufrechterhaltung der Einrich-tungen Cäsar's für ewige Zeiten. Dann vertheilten sie die Staatsämterauf viele Jahre im Voraus und begannen zum Kriege gegen M. Brutusund Cassius zu rüsten. Der zum Consul ernannte Lepidus blieb mit20 Legionen in Rom. Octavian und Antonius beschlossen mit den übri-gen 14 Legionen auf einer Flotte zur See nach Macedonien zu fahren.
Auf diese Weise war der römische Staat zu gleichen Theilen zwi-schen die Oligarchen einerseits, in Italien und den westlichen Provin-zen , und die Republikaner andererseits, in allen östlichen Provin-zen und vermittelst der Flotte des Sextus Pompejus auf dem Meere,getheilt. Während die Ersteren, die Oligarchen. im Westen wie ange-geben gehandelt, hatten die Andern, die Republikaner, Brutus und Cas-sius an der Spitze, sich des Ostens bemächtigt und darin festgesetzt.Cassius hatte hierbei Rhodus unterworfen, Brutus Lycien. Auf dieKunde von den Absichten ihrer Gegner zogen sie ihre gesammten Streit-kräfte zusammen und gingen aus Kleinasien nach Griechenland hinüber.Während die Legaten des Octavian, Norbanus und Decidius Saxa mitacht Legionen durch Epirus und Macedonien vordrangen und ein Lagerbei der Stadt Philippi bezogen, suchte Marcus Statins, der von Cassiusentsendete Befehlshaber der Flotte, mit 60 Kriegsschiffen das Auslaufender Flotte mit den Truppen der Oligarchen aus dem Hafen von Brundi-sium zu verhindern. / Zur selben Zeit nahm Sextus Pompejus auf demMeere alle nach Rom bestimmten Lebensmittel-Transporte weg. Octa-vian schickte diesem den Salvidianus mit einer Flotte entgegen, er selbst