47. Lebensende Ciisar's, allgemeine Betrachtungen und Schlüsse. 317
Steuern auf die Luxusgegenstände, Hess einen neuen Codex der bürger-lichen und Criminalgesetze entwerfen, eine allgemeine Karte und Stati-stik des Reiches aufstellen, erwarb sieb durch Verbesserung des römi-seben Kalenders (mit Hülfe des von ihm aus Alexandria herbeigeholtenAstronomen S.otigenes) ein ungemeines Verdienst (der Kalender heisstseitdem der julianische), und sprach seine Absicht aus: Rom durchviele Prachtbauten zu verschönern, die benachbarten pontinischen Sümpfetrocken zu legen, dem Tiber ein neues Bett von Rom zum Meere zu gra-ben, in Ostia einen ungeheuren für die grössten Kriegsschiffe geeignetenHafen zu bauen, Colonien in Korinth und Karthago zu gründen, um dieseStädte wieder herzustellen, und endlich, einen Krieg gegen die Partherzu unternehmen aus Rache für die dem Crassus durch sie beigebrachteNiederlage, die römischen Waffen bis zum Indus zu tragen, und die un-bekannten Gegenden und Reichthümer des fernsten Ostens zu erschlies-sen. Zu diesem letzteren Zwecke hatte er schon vom Jahre 45 auf 44 •grosse Rüstungen zum Kriege wider die Parther beginnen lassen, den erfür sich und das Reich unvermeidlich hielt, damit alle Parteien sich ver-schmölzen, das Heer nach dem Bürgerkriege umgestaltet werden könne,ja er hatte schon den Plan zu diesem Kriege entworfen. Bei diesem An-lass sagt Napoleon L, dass der Krieg gegen die Parther zwei Arten vonSchwierigkeiten geboten habe : 1) die Kampfart der Parther mit Wurf-geschossen (wie früher schon öfter bemerkt wurde) und 2) die örtlicheBeschaffenheit des Kriegstheaters, insofern nämlich bei dem Marschedurch Hoch-Armenien das Land gebirgig, bei dem Marsche aber überden Euphrat und durch Mesopotamien eine Niederung war, sumpfig undUeberschwemmungen ausgesetzt, oder aber eine unfruchtbare Wüste.Napoleon I. fügt hinzu, dass Cäsar's Genie diese Schwierigkeiten über-wunden haben würde durch Aushebung einer Menge von Bogenschützenvon den balearischen Inseln und Kreta, aus Hispanien und Afrika, durchAusrüstung einer grossen Flotille auf dem Euphrat und Tigris und durcheine bedeutende Menge von Kameelen, welche Wasserschläuche zu trans-portiren gehabt haben würden, und dann würde es ihm wohl gelungensein die römischen Adler bis an die Ufer des Indus zu führen, wenn nurdas Glück, das dem Scipio in 6, dem Alexander in 11, dem Pompejusin 15, Hannibal in IG und Cäsar in 13 Feldzügen zur Seite gestandenhatte, ihm auch jetzt noch treu geblieben wäre.