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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 4 (1876) Vom Beginn der römischen Bürgerkriege bis zu Augustus oder der Gründung des römischen Kaiserreichs : (133 - 30 v. Chr.)
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4G. Art und Kunst der Kriegführung Cäsar's (4945v.Chr.). 31t

in einzelnen Kämpfen sein (Cäsar's) Vertrauen auf diese EinSchlies-sung erschütterte und ihn auf den richtigen Weg der Action zurückführte.Einmal auf diesen Weg zurückgebracht, setzte er dann seine Operationenmit Energie und ohne das geringste Schwanken und Zaudern fort.

Sein Rückzug von Dyrrhachium nach Apollonia, der Marsch von danach Thessalien, seine Vereinigung mit Domitius zwischen Scipiound Pompejus gehören zu seinen vorzüglichsten und interessantestenThaten. Dann aber ist es vollkommen unbegreiflich, aus welchem An-lass er die Vereinigung des Pompejus mit Scipio geschehen liess. Als erden Ersteren bei Metropolis erwartete, würde er wahrscheinlich bis zueiner günstigen Gelegenheit zum Kampfe nur gegen ihn manövrirt haben,wenn Pompejus nicht selbst gegen ihn vorgerückt wäre. Cäsar nähertesich ihm, errieth, nachdem er Jenes Aufstellung zum Kampfe gesehenhatte, sogleich die für ihn (Cäsar) schwächste und gefährdetste Stelleseiner eigenen Schlachtordnung, die rechte Flanke, und traf nun so vor-zügliche taktische Anordnungen, namentlich durch Aufstellung der sechsKeserve-Cohorten hinter der Cavallerie des rechten Flügels, dass er sichden entschiedenen Sieg sicherte. Weder zu früh, noch zu spät, sonderngerade im richtigen Augenblicke gab er das Signal zum Angriff, und ge-gen die Genugthuung, mit welcher er selbst in seinen Aufzeichnungenauf die Zweckmässigkeit der von ihm ergriffenen Massregeln hinweist,lässt sich Nichts einwenden. Ueberhaupt erscheinen während der gan-zen Zeit von dem Rückzüge von Dyrrhachium bis zu und nach derSchlacht bei Pharsalus der Scharfblick Cäsar's, seine Umsicht, Thätig-keit, die Kunst seiner Entwürfe und Dispositionen, seiner Märsche undOperationen, sowie seine augenblickliche Entschlossenheit im glänzend-sten Lichte und zeigen den grossen Feldherrn in vollem Glänze.

In gleicher Weise und gleichem Geiste verfolgte er dann den ge-schlagenen Pompejus mit Anspannung aller Kräfte bis nach Aegypten.Da aber gerieth er selber in Folge dessen mit seinen schwachen Kräftenin eine sehr schwierige und gefährliche Lage. Die Hülfsmittel indessen,welche sein unerschöpflicher Geist erfand, sein Selbstvertrauen, seineheroische Kühnheit und Tapferkeit stellen sich ebenbürtig seinen frühe-ren besten Kriegsthaten zur Seite. Aegypten konnte leicht das Grab sei-nes Kriegsruhmes werden, wenn er (Cäsar) auch nur einen Augenblicksich durch sein Glück oder sein Selbstvertrauen hätte einschläfernlassen. Nichtsdestoweniger sind sein Aufenthalt in Alexandria mit zu ge-ringen Streitkräften, die daraus hervorgehende Verlängerung des alexan-drinischen Krieges, und besonders Cäsar's zweimonatliche Unthätig-keit nach demselben zu Alexandria als Fehler zu bezeichnen, welcheden Bürgerkrieg nur in die Länge zogen, neue Feldzüge und vieleAnstrengungen, Mühen und Opfer im Gefolge hatten.