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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 4 (1876) Vom Beginn der römischen Bürgerkriege bis zu Augustus oder der Gründung des römischen Kaiserreichs : (133 - 30 v. Chr.)
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44. Dritter r'öm. Bürgerkrieg zwischen Cäsar u. Pompejus (4945 v. Chr.). 281

einen augenscheinlich in Unruhe und Unordnung befindlichen Feind) ge-falle ihm nicht. Wie soll man diesen Wunsch zu kämpfen und dasSchwanken vor dem Beginn des Kampfes erklären? Aus den kurzenWorten des Hirtius Pansa darüber ist keine Erklärung herzuleiten, ja esist auch die Frage, ob man ihm unbedingt Glauben schenken kann. DasFactum aber dieses Schwankens Cäsar's, das eigenmächtig gerade vonder zehnten Legion auf dem äussersten rechten Flügel gegebene Angriffs-signal, der danach gegen Cäsar's Willen stattfindende Angriff, die furcht-bare Wuth und Erbitterung seiner Soldaten, welche den Ueberwundenenkeinen Pardon geben, und die Entscheidung dieses langwierigen, be-schwerlichen und ermüdenden Krieges durch einen gewaltigen Schlag,der die Vernichtung fast der ganzen feindlichen Armee herbeiführt, diesAlles verdient jedenfalls besondere Beachtung. Es scheint, als habeCäsar die Entscheidungsschlacht und die Niederlage der Armee Scipio'stheils gewollt, theils nicht gewollt; gegen seinen Willen in Folge dessehr natürlichen und begreiflichen Dranges seiner Soldaten, welche die-ser Art des Krieges höchst überdrüssig waren, kam es aber zu Beidem.Sei es nun so oder anders, der Sieg bei Thapsus war durch Cäsar höchstkunstreich vorbereitet, wurde aber von seiner Armee gewonnen, ohneeine eigentliche Betheiligung seinerseits.

In Bezug auf die häufigen und Ungeheuern Schanzarbeiten Cäsar'sin diesem Kriege kann man nicht umhin zu bemerken, dass, obgleichArbeiten dieser Art damals allgemein zur Anwendung kamen, so zu sagenim Geschmack jener Zeit lagen, Mode waren, sie dennoch eine besondereLeidenschaft Cäsar's gewesen zu sein scheinen. Aus der früher (§. 261)gegebenen Beschreibung dieser Art von Arbeiten kann man ermessen,wie viel Zeit und Mühe sie gekostet haben, und dennoch, kaum war einTheil derselben beendet, so wurden sofort andere ähnliche oder noch be-deutendere in Angriff genommen, ganz unabhängig von dem häufigenWechsel des Orts, wo das verschanzte Lager geschlagen wurde. Manmuss daher dem General Lossau beipflichten, dass diese Art von Arbei-ten für uns in der Jetztzeit ein Problem, einRäthsel sind.

Was endlich das Verhalten Scipio's und aller seiner Gefährten undHelfer anbelangt, Labienus an der Spitze, so ist zu sagen, dass sie inkeiner Weise ihre Ueberlegenheit an Kräften zu Lande und zur See,noch ihre relative Lage in Afrika zu der anfänglich so grossen SchwächeCäsar's und seiner schwierigen, ja gefahrvollen Stellung am Rande desMeeres auszunutzen verstanden. Und obgleich sie ihm mehrmals verein-zelte aber empfindliche Schlappen beibrachten, so konnten sie ihn dochweder auf die eine noch auf die andere Weise überwinden, begingenmeistenteils grosse Fehler und Ungeschicklichkeiten, handelten furcht-sam und ohne Energie, obgleich sie Alle eine mehr oder weniger lange