242 III. Vom Tode Alexander'» d.Gr. bis zu Augustus (323—30 v. Chr.).
der römische Staat durch den Bürgerkrieg zwischen Cäsar und Pompejuszerrissen sei, heschloss er, nach des Letzteren Tode, hiervon Nutzen zuziehen und sich aller der Gebiete zu bemächtigen, welche einst demweiten Reiche seines Vaters zugehört hatten. Er nahm Colchis und dasKönigreich Pontus ein, dessen Hauptstadt Sinope der Lieblingsaufent-halt des Mithridates gewesen war, und fiel dann in Klein-Armenien undCappadocien ein. Der König von Armenien, Dejotarus, und der vonCappadocien, Ariobarzanes, baten' Domitius, den Legaten Cäsar's,welcher in Klein-Asien befehligte, um Schutz. Dieser hatte drei Legio-nen bei sich gehabt, von denen er zwei auf Befehl Cäsar's zu diesemnach Aegypten entsendet hatte, sodass nur noch die 36. allein bei ihmwar. Deshalb zog er rasch eine Legion im Königreich Pontus und zweivon Dejotarus in Klein-Armenien ausgehobene und nach römischer Weiseausgebildete Legionen zusammen und ging mit diesen vier Legionennach der Stadt Comana in Cappadocien. Die Verbindungsstrasse vonComana nach Klein-Armenien führt über ein waldiges Gebirge. Domi-tius zog längs dieses Gebirges und schlug sein Lager in der Nähe derStadt Nicopolis auf. Am folgenden Tage rückte er näher an Nicopolisheran und erblickte hier die Armee des Pharnaces bereits in Schlacht-ordnung in einer Linie mit drei Reserven hinter dem Centrum und beidenFlügeln aufgestellt. Domitius begann sein Lager Angesichts des Fein-des zu verschanzen und bezog dasselbe, nachdem es fertig gewordenwar. Pharnaces beabsichtigte den Krieg in die Länge zu ziehen. da erhoffte, dass die Lage Cäsar's in Alexandria den Domitius veranlassenwerde, Verstärkungen dorthin zu entsenden und sich dadurch selbst zuschwächen; er deckte daher seine beiden Flügel noch durch Verschan-zungen. Einige Tage danach rückte aber Domitius in Schlachtordnunggegen ihn vor. Es entspann sich in Folge dessen ein Kampf, in welchemdie beiden Legionen des Dejotarus sich gleich zur Flucht wandten undauch die pontische Legion sehr schlecht focht; die 36. Legion allein hieltdas Gefecht, musste aber, von allen Seiten umzingelt, sich in ihr Lagerzurückziehen. Pharnaces hatte einen vollständigen Sieg erfochten undblieb Herr von Pontus, Klein-Armenien und Cappadocien, Domitius aberzog sich eilends in das Innere von Klein-Asien zurück. Pharnaces ver-fuhr in Pontus und Cappadocien genau so, wie es auch sein Vater bis-weilen gethan hatte, er Hess alle römischen Bürger hinrichten oder ver-stümmeln und alle ihre Güter einziehen, und stellte das Königreich desMithridates in seinem ganzen Umfange wieder her, überzeugt, dass Cäsarin Alexandria zu Grunde gehen werde.