234 HI. Vom Tode Alexanders d. Gr. bis zu Augustus (323—30 v. Chr.).
bundeneu Leuchtthurm. Auf diese Weise hatte er seine Verbindung mitdem Meere sicher gestellt und konnte nun Lebensmittel aus den benach-barten Küstenstrichen heranziehen. Nach der Stadtseite hin traf er allemöglichen Anstalten, um sich durch Verschanzungen zu decken und zubefestigen und sich mit Lebensmitteln und Fourage zu versorgen. ImBesitz der königlichen Burg und des damit zusammenhängenden Thea-ters und Arsenals, Hess er diese stark befestigen, besetzte sie mit Trup-pen, ebenso wie die Häuser, die er zum Theil niederlegen Hess, soweitsie ihn von den mittleren Stadtthoren trennten, stellte eine sichere Ver-bindung mit der Insel Mareotis her und beschaffte von derselben süssesWasser, aus der Nachbarschaft aber noch Fourage und Proviant. Ertraf auch Massregeln zur schleunigsten Heranziehung grösserer Truppen-massen und von mehr Schiffen nach Alexandria. Zu diesem Zweckeforderte er den ihm ergebenen Mithridates von Pergamum in Klein-Asien auf, dort Truppen für ihn zu sammeln und zu Lande dieselbendurch Syrien gegen Aegypten heran zu führen. Von der Insel Rhodus,aus Syrien und Cilicien Hess er Seeschiffe herbeiholen, von der InselKreta Bogenschützen. Malcus, den König eines arabischen Stammes,bat er um Cavallerie, die ihm unterworfenen Städte mussten Kriegs-maschinen und Geschütz, Lebensmittel und Bewaffnete liefern. Seineshauptsächlichsten Feindes, Pothinus, entledigte er sich dadurch, dass,nachdem dessen heimliche Anschläge mit Achillas gegen sein (Cäsar's)Leben entdeckt worden (wie er sagt), er denselben hinrichten Hess.
Die Aegypter waren ihrerseits ebenso eifrig bemüht, sich zu ver-schanzen, sie verbauten alle Eingänge und Durchgänge der Stadt nachCäsar's Seite hin mit hohen dicken Mauern mit Zinnen, sowie durcheinen zehn Stockwerke hohen Thurm. Ihre Hauptführer und Leiter hat-ten ihnen klar gemacht, dass dieser Krieg die beste Gelegenheit gebe,sich von der römischen Herrschaft frei zu machen, und dass, wenn siejetzt nicht alle Kräfte und Mittel dazu aufböten, Aegypten unvermeidlichin eine römische Provinz verwandelt werden würde.
Bald danach gelang es der Arsinoe, der jüngeren Schwester Cleo-patra's undPtolemäus', aus der von Cäsar besetzten Hofburg in die Stadtzu entfliehen; sie Hess den Achillas umbringen und übertrug den Ober-befehl über die ägyptische Armee ihrem Eunuchen Ganymedes. Dessenerste Unternehmung war, dass er die unterirdischen Canäle, welche vonaussen her das süsse Wasser in die von Cäsar besetzten Stadttheile führ-ten, durchstechen und das in den Brunnen jener Stadttheile befindlicheTrinkwasser durch Hineinleitung von Seewasser verderben liess. Dies ver-ursachte grosse und schwierige Arbeiten, verfehlte aber seinen Zweck, daCäsar sich aus einigen aufgefundenen Quellen und frisch gegrabenen Brun-nen an der Küste des Meeres mit süssem Wasser zu versorgen vermochte.