42. Dritter reim. Bürgerkrieg zwischen Cäsar u. Pompejus (49—45 v. Chr.). 205
Haliacmon (der sich in den Meerbusen von Thessaloniehi ergiesst) unterBedeckung von acht Coborten unter dem Befehl des Favonius stehenHess, dem er sich zu verschanzen aufgetragen hatte. Zur selben Zeiterschien vor dem Lager des Cassius die Cavallerie des Königs Cotys,welche häufig an den Grenzen von Thessalien streifte. Cassius hielt siefür die Cavallerie Scipio's, und da er sich zu schwach gegen den Letzterenglaubte, so zog er sich in die Berge zwischen Thessalien und Epirus zu-rück und wandte sich gegen die Stadt Ambracia (heute Arta). Scipioverfolgte ihn unablässig, erhielt aber plötzlich von Favonius die Nach-richt, dass Domitius mit seiner ganzen Macht gegen diesen vordringeund Favonius sich unmöglich gegen denselben halten könne. Scipiowandte sieb deshalb sofort zurück, und seine Avantgarde traf bei Favo-nius gerade in dem Moment'ein, als auch des Domitius Vortruppensichtbar wurden. Zwei Tage lang standen sich Scipio und Domitius aufbeiden Ufern des Haliacmon gegenüber. Am dritten Tage ging Scipioüber den Fluss durch eine Furt und bot dem Domitius den Kampf an.Dieser weigerte sich dessen nicht und näherte sich dem Lager Scipio's.Es kam indessen nicht zum Kampfe, und bei Nacht kehrte Scipio überden Fluss zurück. Nun suchten Beide sich zu überlisten und in Hinter-halte zu locken, das führte aber zu keiner Entscheidung, obgleich imGanzen der Erfolg mehr auf des Domitius Seite gewesen zu sein scheint.Indessen hatte Cäsar nach Heranziehung der Legion aus Oricum denLegaten Acilius mit drei Cohorten zum Schutze der Stadt, des Hafensund der darin befindlichen Schiffe, dort gelassen. Cnejus Pompejus,Sohn des Pompejus, griff mit einem Geschwader der ägyptischen Flotteden Hafen von Oricum an, nahm vier Schiffe weg, steckte die übrigen inBrand, und wandte sich dann, den Lälius zur Einschliessung des Hafenszurücklassend, nach Lissus, verbrannte 30 Transportschiffe, welcheAntonius dort zurückgelassen hatte, griff, obschon vergeblich, die Stadtselbst an und gewann dann wieder die hohe See. Diese Unternehmun-gen des Cnejus Pompejus zeugen von einem Unternehmungsgeist, dernicht allen Feldherren des Pompejus eigen war, und verdienen daher Be-achtung. Die Einbusse an Schiffen war für Cäsar wenn auch nicht wich-tig, so doch immerhin unangenehm.