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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 4 (1876) Vom Beginn der römischen Bürgerkriege bis zu Augustus oder der Gründung des römischen Kaiserreichs : (133 - 30 v. Chr.)
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41. Dritter röm. Bürgerkrieg zwischen Cäsar u. Pompejus (4948 v. Chr.i. 1 93

Während dessen hatte Trebonius zum Schutz seiner Angriffs-Arbei-ten auf der rechten Seite schon bei Anfang der Belagerung dicht an derContrescarpe des Stadtgrabens eine viereckige Schanze aus Ziegelstei-nen aufgeführt. In der Folge aber Hess er an deren Stelle einen sechs-stöckigen steinernen Thurm erbauen, welcher, 30 Fuss hoch , die Stadt-mauer überragte, um ohne Furcht vor den Wurfgeschützen und Brand-geschossen der Vertheidiger, diese Letzteren von ihren Mauern zuvertreiben, den Graben zuschütten und den Mauerbrecher heranführen zukönnen. Mit hölzernen Schirmen [mantelets) und Decken aus nassenHäuten und aus zusammengeflochtenen dicken Tauen wurde der Thurmgedeckt und geschützt; in dem Maasse wie er höher emporwuchs, wurdeauch Deckung und Dach höher gehoben, und so vollbrachten die Belage-rer mit ungewöhnlicher Kunst, Thätigkeit und Ausdauer dieses unge-heure und schwierige Werk in drei Wochen. Nun wurde der Thurm mitSchiessscharten und einer flachen Plateform mit Zinnen versehen, mitWurfgeschütz und Bogenschützen besetzt, und unter deren Schutz dannüber den Graben ein Damm geführt und ein bedeckter Gang von äusserstfester Construction gebaut, der 60 Fuss Länge hatte. Vergebens such-ten die Belagerten die Angreifer aufzuhalten, indem sie auf den bedeck-ten Gang brennende Geschosse und schwere Steine warfen: von demschrägen aus dicken Balken construirten und mit einer Schicht von Zie-geln und nassen Decken belegten Dache desselben fiel Alles unschädlichherunter. Während dessen überschütteten aber die Bogenschützen ausdem Thurm und von dessen Plateform die Belagerten mit Geschossen,thaten ihnen grossen Schaden und vertrieben sie schliesslich ganz vonder Mauer. Nun begannen die Belagerer Bresche in die Mauer zu legen,welche auch bald einstürzte. Die geängsteten Bewohner von Massilia,welche schon grossen Mangel an Lebensmitteln litten, warfen ihre Waf-fen weg, liefen aus der Stadt und baten um Schonung. Trebonius, dervon Cäsar den Befehl erhalten hatte, Massilia zu schonen, schloss einenWaffenstillstand bis zu Cäsar's Ankunft und gab seinen Soldaten Ruhe.Das benutzten die Belagerten, indem sie treulos die Belagerer angriffen,ihre Belagerungsmaschinen verbrannten und einen grossen Theil der Be-lagerungsarbeiten zerstörten; am andern Tage machten sie noch einenallgemeinen heftigen Ausfall, wurden aber mit bedeutendem Verluste indie Stadt zurückgeworfen. Trebonius ging gleich an die Ausführungneuer Belagerungsmaschinen und Arbeiten und brachte sie, Dank demEifer seiner gegen die Vertheidiger erbitterten Soldaten, binnen wenigenTagen zu Stande. Während dessen war Cäsar aus Hispanien herange-kommen, und die Belagerten, von Hunger und ansteckenden Krankhei-ten furchtbar leidend und gänzlich muthlos, ergaben sich endlich 'im

Galitzin, Allgem. Kriegsgeschichte. 1,4. J3