176 HI. Vom Tode Alexander's d. Gr. bis zu Augustus (323—30 v. Chr.).
zahlreichen Truppen auf den ganzen Feldzug dieses Jahres nicht hin-reichten. Grössere Mengen davon hatten sie nicht zusammenzubrin-gen vermocht, einmal weil es noch zu früh im Jahre war, dann auch,weil sie, über alles in Italien Geschehene im Unklaren, nicht erwartethatten, dass Cäsar so rasch herbeikommen werde, und auch keine be-sondern Befehle von Pompejus erhalten hatten. Sie hielten daher ihreStellung bei Ilerda für hinreichend fest und stark, und durch dieselbe dasLand auf dem rechten Sicorisufer wie auch die Uebergänge über denIberus gegen ein Vordringen Cäsar's ins Innere Hispaniens für genügendgeschützt.
Fabius bezog seinerseits ein verschanztes Lager auf dem linkenUfer des Sicoris zwischen zwei Flüsschen oder Bächen, welche sich indiesen Fluss ergossen, und von denen der vor der Front seines Lagersfliessende nur geringe Breite besass. Fabius Hess zwei Brücken überden Sicoris schlagen, die eine unweit der linken Flanke seines Lagers,die andre 1000 Schritte weiter unterhalb. Sein Lager befand sich etwaeine römische Meile (= 2000 deutschen Schritten) von dem des Afraniusentfernt. Nachdem seine Truppen das Land auf dem rechten Sicoris-ufer abfouragirt und bald ausgesogen hatten, Hess Fabius dieselben auchauf dem linken Ufer fouragiren. Ebenso führte Afranius seinerseits häu-fige Fouragirungen auf dem rechten und dann auf dem linken Ufer aus,und in Folge dessen entspann sich ein kleiner Krieg von beiden Seiten.Um seinen Fourageurs auf dem linken Flussufer einen Vertheidigungs-halt zu geben, entsendete Fabius dorthin über die obere Brücke zweiLegionen unter dem Befehl des Legaten Plancus. Ihnen folgte auchReiterei, die aber nicht mehr auf dieser Brücke den Fluss überschreitenkonnte, weil das plötzlich bedeutend gestiegene Wasser dieselbe fort-gerissen hatte. Dies benutzte Afranius, indem er mit vier Legionen beiIlerda über die steinerne Brücke aufs andre Ufer ging, und die beidenLegionen des Plancus angriff, welche durch den Fluss von Fabius ab-geschnitten waren. Plancus, der sich noch nicht hatte verschanzenkönnen und ohne Reiterei war, stellte eine Legion in der Front und einenach hinten dem Afranius entgegen. In dieser Aufstellung vertheidigteer sich so lange, bis Fabius ihm über die zweite untere Brücke starkeUnterstützungen zugeschickt hatte, worauf Afranius sich zurückzog.