41. Dritter röm. Bürgerkrieg zwischen Cäsar u. Poinpejus (49—48 v. Chr.). 165
jetzt nur zwölf Legionen besass (60,000 Mann). Als aber die Beziehun-gen zu ihm und Pompejus feindlich wurden, waren die erste und loteLegion gar nicht nach Syrien entsandt worden, sondern wurden in Eomzurückgehalten, und es zeigte sich, dass dies nur eine schimpfliche Listdes Senats und der Aristokratie gewesen war, um Cäsar's Heer zuschwächen und ihr eignes zu verstärken. Allein diese List verfehltegänzlich ihren Zweck, denn die erste und 15te Legion waren Cäsar voll-kommen ergeben und würden bei seinem Einrücken in Italien zuerst aufseine Seite übergegangen sein.
I.Der Bürgerkrieg (49 — 48). *)
§. 285.
Ereignisse in Italien.Uebergang Cäsar's über den Eubieon, und sein Marsch auf Ariminum
und Brundisium.
Nach Ueber schreitung des Rubicon (Mitte Januar des Jahres 49)wandte sich Cäsar nach Ariminum, das er ohne Schwertstreich besetzte.Die Kunde hiervon erfüllte Alles in Rom mit Bestürzung und Schrecken.Pompejus, der Senat und die Aristokratie flohen nach Capua, in Romherrschte vollkommene Anarchie.
In Ariminum erschienen bei Cäsar, die aus Rom entflohenen Tribu-nen M. Antonius und Cassius, der Prätor Roscius und der junge Cäsar,Sohn des Legaten L. Cäsar, welcher sich beim Heere Julius Cäsar's be-fand. Die letzteren Beiden erklärten, dass Pompejus ihnen aufgetragenhabe, mit Cäsar Unterhandlungen über einen friedlichen Ausgleich mitihm zum Wohle der Republik anzuknüpfen. Cäsar sandte sie mit einerAuseinandersetzung seiner Beschwerden und mit Vorschlägen einer all-gemeinen Abrüstung und persönlicher Besprechung mit Pompejus an die-sen zurück. Bald kehrten sie mit der Antwort des Pompejus und der
*) Obgleich der gesammte Krieg von 49—45 ausschliesslich ein Bürgerkriegwar, so wird er doch in Cäsar's Commentaren in vier Kriege getheilt: I. Derbürgerliche von 49—4S (in drei Büchern), II. Der Alexandrinische von 48—47 (ein Buch), III. Der afrikanische 47—46 (ein Buch) und IV. Der hispa-nische 46—45 (ein Buch). Dieser Eintheilung folgen alle Kriegsschriftsteller, sieist auch von uns beibehalten.