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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 4 (1876) Vom Beginn der römischen Bürgerkriege bis zu Augustus oder der Gründung des römischen Kaiserreichs : (133 - 30 v. Chr.)
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156
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156 HI- Vom Tode Alexander's d. Gr. bis zu Augustus (32330 v. Chr.).

§. 283.

Schlussbemerkungen.

Cäsar, seine Armee, seine Gegner, Charakter und Resultate desgallischen Krieges.

Dies waren im Allgemeinen die taktischen Formationen, Bewe-gung^- und Kampfarten der römischen Truppen, ihre Feldbefestigungund ihre Belagerungskunst in dem Kriege Cäsar's in Gallien, sowie seinepersönlichen strategischen Massnahmen in demselben. Sie können einenBegriff geben von der Art und Kunst der Führung dieses Krieges durchCäsar, von seiner persönlichen Feldherrnkunst, wie von den Eigen-schaften seiner Truppen, seiner Gegner und von dem Charakter des gal-lischen Krieges überhaupt.

Ungerecht in kriegspolitischer Beziehung, verdient dieser Krieg einebesondere Beachtung in strategischer Hinsicht: als eine praktischeSchule des Krieges für Cäsar und seine Soldaten, in welchen ei-serne grossen kriegerischen Anlagen entwickelte und schon die Stufeeines grossen Feldherrn erreichte, während seine Armee in gleicherWeise ihre Kriegs- und Kampfesfähigkeit und vor Allem ihre moralischeKraft entfaltete, sich in jeder Art von Kriegsmärschen und Operationenübte und vervollkommnete und so in seiner Hand und geführt von ihm, demFeldherrn, dem sie ganz ergeben war und willig folgte, zu einem bereitenund mächtigen kriegspolitischen Instrumente wurde.

Als Anfänger in seiner kriegerischen Laufbahn und die Krieg-führung erst erlernend, und zwar in einem grossen, schwierigen, ge-fährlichen und für ihn höchst wichtigen Kriege, konnte Cäsar nicht freivon grossen Fehlern in derselben sein. Aber sie alle gereichten ihm undseinem Heere zum Nutzen, erhöhten ihre Tüchtigkeit und steigertenquantitativ wie qualitativ die grossen und geschickten Entwürfe, Mass-regeln, Bewegungen und Kämpfe Cäsar's, welche in acht Jahren ihn aufdie Stufe eines Feldherrn ersten Ranges erhoben, der, neben vollemSelbstvertrauen, sich in dem gallischen Kriege die feste und dauerhafteGrundlage zu seinen weiteren Thaten und das Fundament zu seinenweiteren Erfolgen, namentlich bezüglich seiner persönlichen politischenZiele erworben hatte. So tritt seine Ueberlegenheit in allen kriegeri-schen Hinsichten schon in diesem Kriege überall hervor: in der Führungund Handhabung der Truppen, in taktischen wie in strategischen Din-gen, in der Befestigungs- und Belagerungskunst, und besonders in demmoralischen Einfluss, sowohl auf seine Truppen, wie selbst auf seineFeinde.