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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 4 (1876) Vom Beginn der römischen Bürgerkriege bis zu Augustus oder der Gründung des römischen Kaiserreichs : (133 - 30 v. Chr.)
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153
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40. Allgemeiner Ueberblick über den Krieg Cäsar's in Gallien. 153

Er wählte für die Einnahme von Alesia die Einschliessung deshalb, weildie eigenthümliche örtliche Lage der Stadt grosse Schwierigkeiten dar-bot und einer förmlichen Belagerung entschieden hinderlich war. Ausderselben Ursache wollte er sich auch mit denselben Mitteln der StadtGergovia bemächtigen, aber der Blokade dieser Stadt traten die vonVercingetorix ergriffenen Massregeln, namentlich dessen starke Stellungmit seinem Heere neben Gergovia, entgegen.

Vermittelst gewaltsamen Angriffs eroberte Cäsar einige StädteGalliens, durch den mit der Einschliessung verbundenen förmlichen An-griff die Stadt Vellaunodunum und andere. Die Beschaffenheit des Ter-rains um Avaricum gestattete Cäsar nicht diese Stadt zu blokiren, ernahm sie nach mühseliger Belagerung durch den gewaltsamen Angriff.

Als Mittel für die Einschliessung diente die Umwallungs- (Cir-cumvallations-) Linie [circumvattatio) , in geschlossenen Schanzen(castella) bestehend, welche durch gerade Verschanzungslinien verbundenwaren, bestehend, hinter denen nach der Seite des Feldes hin mehrere be-festigte Lager für die die Stadt belagernden Truppen erbaut wurden.Alle diese Befestigungen pflegten um so bedeutender und stärker gemachtzu werden, je stärker die feindliche Garnison und je schwächer im Ver-hältniss zu dieser die Einschliessungstruppen waren. Die grössteAusdehnung von Arbeiten dieser Art kam bei der Blokade von Alesiadurch Cäsar vor.

War ein feindlicher Angriff von der Seite des offnen Feldes her zu.erwarten, so wurde mit der Front gegen dieses eine der ersten gleichezweite, nur noch längere Linie aufgeführt. Die zuerst ausgeführteLinie wird heute Contravallations-, die andre Circumvalla-tionslinie genannt, Cäsar wandte diese Unterscheidungen in der Be-nennung beider Linien noch nicht an.

Geschlossene Redouten [castella) erhielten starke Besatzungen undwurden durch Feldwachen gesichert [stationes] , Nachts ausserdem nochdurch besondere Pikets [excubitores] , sie erhielten zudem alles Nöthigefür Tages- und Nachtsignale (Fanale) für den Fall eines feindlichen An-griffs auf irgend welchen Theil der Linien.

Die Hauptart der Einnahme fester Städte durch den gewaltsamenAngriff bestand in der Leiterersteigung (Escalade) vermittelst derSturmleitern unter gleichzeitiger Anwendung gedeckter Mauer-brecher [musculi) zur Zerstörung der unteren und dadurch herbeige-führten Nachsturz der oberen Mauertheile, nachdem vorher schon derGraben mit Erde, Strauchwerk, Basen etc. zugeschüttet worden war.Unter dem Schutze der Bogenschützen und Schleuderer stürmte dieLegions-Infanterie in mehreren Colonnen an verschiedenen Punkten ge-gen die Mauer an und vollführte an einer Stelle den entscheidenden