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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 4 (1876) Vom Beginn der römischen Bürgerkriege bis zu Augustus oder der Gründung des römischen Kaiserreichs : (133 - 30 v. Chr.)
Entstehung
Seite
151
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40. Allgemeiner Ueberblick über den KriegCiisar's in Gallien. 15]

Schanzen wuchs die Breite dieses "Wallganges (Banketts) in entspre-chendem Maasse und wie alle übrigen Dimensionen. Die gewöhnlicheHöhe des Walles betrug wahrscheinlich % der oberen Grabenbreite. Sogiebt Cäsar bei 15 Fuss Grabenbreite dem Wall eine Höhe von 10 Fuss,bei 18 Fuss Breite eine Höhe von 12 Fuss. Die Dicke des Wallesmochte dann gleich seiner Höhe oder ein wenig mehr sein. Die äussereBöschung der Brustwehr konnte ziemlich steil sein, aber sie wurde mitRasen bekleidet, oder mit Baumästen, Strauchwerk u. s. w. (Faschinen)oder ausserdem noch durch Hürden fester gemacht. Die innere Brust-wehr- (oder Wallgang-) Böschung wurde in gleicher Weise bekleidet,so dass im Ganzen für römische Feldverschanzungen sehr viel Holz-material erforderlich war, und zwar umsomehr, je bedeutender die Ver-schanzung und alle ihre Maasse waren *). Musste die Verschanzung nochganz besonders verstärkt werden, so wurde auf dem Walle ein Zaun vondicken oben zugespitzten Pfählen angebracht, deren obere Zweige anden Pfählen blieben und in einander geflochten wurden. Dieser Zaun er-hielt eine Höhe von 45 Fuss, sodass die Krieger über denselben hin-weg den Feind sehen und ihre Geschosse auf ihn schleudern konnten,oder es wurden auch dafür Oeffnungen (Scharten, embrasures) in dem-selben angebracht. Bei grossen Verschanzungen endlich wurde dieBrustwehr noch durch hohe geschlossene Erdschanzen [castella) oder durchhölzerne Thürme verstärkt, die in gewisser Entfernung von einanderstanden. Diese Art von Verschanzungen kommt bei Cäsar in Galliensehr häufig vor, in den verschiedensten Formen und Dimensionen, be-sonders bei seinen Belagerungen**).

An Zeit erforderte der Bau solcher normalen Feldverschanzungenvon geringen Dimensionen (9 Fuss Grabenbreite, 7 Fuss Tiefe), je nachder Anzahl der Truppen (z. B. zwei Legionen), der Arbeiter, deren zWei-oder dreimaliger Ablösung u. s. w. ungefähr 45 Stunden, sodass also,wenn die Truppen gegen Mittag an dem Orte ankamen, sie um 4 oder5 Uhr Nachmittags das vollständig befestigte Lager beziehen konnten.Mit Vermehrung der Truppenzahl, der Dimensionen des Lagers und dernothwendigen Schanzarbeit musste natürlich auch die für den Bau unddie Verschanzung des Lagers erforderliche Zeit zunehmen.

*) Bei grösseren Schanzen scheint auch eine Berme, zur Abhaltung des starkenDruckes des Wallkörpers von der Grabenescarpe, angewandt zu sein.

Anmerkung des Uebersetzers.**) Vor grossen Vertheidigungslinien wurden, wenn keine natürlichen Hinder-nisse vor der Front lagen, künstliche Hindernisse' aller Art angebracht, so bei AlesiaVorgräben, Astverhaue, Wolfsgruben, Cäsarpfählchen u. s. w. Auch in diesenDingen war die römische Kriegskunst sehr entwickelt.

Anmerkung des Uebersetzers.