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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 4 (1876) Vom Beginn der römischen Bürgerkriege bis zu Augustus oder der Gründung des römischen Kaiserreichs : (133 - 30 v. Chr.)
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150 III. Vom Tode Alexander's d. Gr. bis zu Augustus {32330 v. Chr.).

Die normale Art und Weise der Befestigung von Feld-Sommerlagernwar die folgende: Kechteck oder Quadrat waren die einzigen normalenGrundrissformen der römischen Feldlager wie der geschlossenen Schan-zen. Die kleinsten der letzteren [castelld] waren wahrscheinlich Quadratevon 120 Fuss (Frontlänge einer Cohorte) Seitenlänge und konnten vonnur einer Cohorte besetzt und vertheidigt werden. Die Ecken dieser ge-schlossenen Schanzen wurden abgerundet, um in den ausspringendenspitzen Winkeln dem Feinde keine für den Angriff günstigen Punktedarzubieten. Die Thore der Lager wie der Schanzen, nicht weniger alseine Manipelfront breit, wurden durch äussere halbrunde oder geradeWälle mit Graben davor gedeckt. Im Fall der Vertheidigung des Lagersoder der Schanze wurden mitunter eins, zwei, auch drei Thore zugebaut(mit Easenziegeln etc.). Die Haupttheile jeder römischen Verschanzungwaren Wall und Graben. Die aus dem Graben ausgehobene Erdebildete den Wall, wir müssen daher zuerst Breite und Tiefe des Grabens,dann die Dicke und Höhe des Walles zur Zeit Cäsar's bestimmen.

Die normale Breite und Tiefe des Grabens scheint (nachVege-t i u s) folgende gewesen zu sein: obere Grabenbreite 9 oder 12 römischeFuss, Tiefe im ersten Fall 7, im zweiten 9 Fuss unter dem Bauhorizont.Bei Cäsar kommen auch Grabenbreiten von 12, 15, 18 und nur einmal,vor Alesia, 20 Fuss vor. Bei ihm, wie bei Vegetius, scheint das Ver-hältniss zwischen der oberen Breite und der Tiefe des Grabens ein fest-stehendes und bestimmtes gewesen zu sein. So entsprach bei Cäsareiner Grabenbreite von 12, 15 und 18 Fuss die Tiefe von 9, 11 und13 Fuss. In gewöhnlichen Fällen aber beträgt bei 9 Fuss. Grabenbreitedie Tiefe 7 Fuss. Hyginus spricht von zwei Formen des Grabens:fossafastigata (Spitzgraben) mit gebö|schter Escarpe und Con-trescarpe und fossa punica mit gebö sehte r Escarpe und senk-rechter Contrescarpe. Bei Cäsar kommt eine dritte Grabenformvor, mit senkrechter Escarpe und Contrescarpe (directis lateri-btis), sodass die Grabensohle gleich der oberen Grabenbreite ist. Diegewöhnliche und normale Form des Grabens ist aber bei Cäsar die derersten Form des Hyginus, d. h. mit geböschter Escarpe und Contres-carpe.

Was den Wa 11 anbelangt, so lag im Alterthum kein besondrerGrund vor, ihn sehr hoch zu machen: die Soldaten waren durch ihreSchutzwaffen hinlänglich geschützt, die Wurfgeschosse thaten ihnen imGanzen wenig Schaden. Für sie war es wichtiger, auf dem Walle eineden Feind überhöhende Stellung zu haben, und diese verschaffteihnen die Erdaufschüttung hinter dem Walle (Bankett) in einer für einGlied ausreichenden Breite und einer Höhe, die der Breite und Tiefe desGrabens, wie der Höhe und Dicke des Walles entsprach. Bei starken