148 HI. Vom Tode Alexander's d. Gr. bis zu Augustus (323—30 v. Chr.).
Sumpf, und dass der hintere Theil des Lagers auf der höchsten Stellesich befand; 2) Lage in der Nähe eines fliessenden Wassers,Stromes oder Flusses, und zwar, wenn dieser den Weitennarsch kreuzte,vorzugsweise auf dem diesseitigen Ufer, solche Fälle etwa ausgenom-men, wenn auf dem andern Ufer sich ein für das Lager und ein Treffenvor dem Lager günstiges Terrain befand (so z.B. das Lager Cäsar's aufdem jenseitigen, rechten Axona-Ufer); 3) Lage in der Nähe einesWaldes, unerlässlich wegen der Beschaffung von Holzmaterial für dieverschiedenen Lagerbedürfnisse (Kochen der Mahlzeit, Wachtfeuer, Be-festigung des Lagers mit Zäunen, Faschinen u. s. w.), aber doch so weitab, dass der Feind sich nicht in dem Walde verbergen und von dort ausdas Lager angreifen konnte.
Es versteht sich von selbst, dass alle diese Nbrmalbedingungennicht immer ganz und pünktlich beachtet werden konnten, dass manvielmehr das Lager nur möglichst ihnen entsprechend auswählte,namentlich stets auf erhöhten Punkten (das Gegentheil, d. h. Lagern aufniedrig gelegenen Stellen, galt für barbarisch, d. h. nur bei Barba-ren, rohen, halbwilden Völkern möglich). Die Lage in einiger Entfer-nung von Wäldern wurde nicht immer strenge beobachtet.
Um den Lagerplatz auszuwählen, wurden, wie schon oben be-merkt, mit der Avantgarde besondere Centurionen und Krieger voraus-geschickt unter dem Befehl eines Kriegstribunen. Nachdem der Punktausgewählt war, steckten diese sogleich, unter dem Schutze der Vorhut,alle Theile des Lagers mit grossen und kleinen Stangen und Pfählen ab.
Wenn das Gros an dieser Stelle ankam, rückten die verschiedenenTruppengattungen und Theile sofort an die ihnen bestimmten Punkte,legten die Waffen nieder (das Schwert ausgenommen) und stellten sich"hinter den für die Zelte bezeichneten Linien auf (mit Ausnahme der aufWache kommenden Cohorten, welche sogleich die Lagerwachen bezogenund Posten ausstellten). Dann wurde ein Theil der Truppen zu den Ar-beiten an der Verschanzung und Einrichtung des Lagers abgetheilt, derandre zu verschiedenem anderem Lagerdienste (Wasserholen, Holzholenu. s. w., Aufschlagen der Offizierszelte u. dergl.). Die Zelte der ge-meinen Soldaten selbst wurden erst aufgeschlagen, nachdem das Lagervollkommen befestigt war, ausgenommen den Fall, dass der Feind nichtin der Nähe stand, es heftig regnete u. s. w. Dann erst, d. h. nach Be-endigung der Verschanzung des Lagers, rückte der grösste Theil derCavallerie in dasselbe ein (der kleinere Theil blieb ausserhalb desselbenfür den Feldwachtdienst), und wenn keine oder wenig Fourage vorhandenwar, so rückte sie bald wieder zum Fouragiren aus.
Jede Legion bestimmte in abwechselnder Tour eine Cohorte zumWachtdienst an jedem der vier Thore nebst allen Posten desselben. Bei