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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 4 (1876) Vom Beginn der römischen Bürgerkriege bis zu Augustus oder der Gründung des römischen Kaiserreichs : (133 - 30 v. Chr.)
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139
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40. Allgemeiner Ueberblick über den Krieg Cäsar's in Gallien. 1 39

Die Flanken- oder Parallelmärsche wurden, wie oben gesagt, stetsnur auf kurze Entfernungen und in Schlachtordnung [acte instructa) aus-geführt. Hierbei gingen die Legionen treffenweise in zwei oder dreiTreffen oder Colonnen, die Bagage auf der dem Feinde entgegengesetz-ten Seite geschlossen beisammen, oder auch zwischen den Legionen,Alles je nach Umständen. In der letzteren Art (d. h. in drei Treffen undColonnen, der Train zwischen den Legionen) führte Cäsar seine Legionenam rechten Ufer des Elaver (Allier) stromauf, um Vercingetorix zu zwin-gen in gleicher Weise am linken Ufer aufwärts zu marschiren, wie diesim §. 268 dargestellt wurde. Flankenbewegungen in nach allen Seitenoffenem Felde wurden seitwärts in gleicher "Weise durch Sicherheits-truppen gedeckt, wie es durch die Vorhut beim Vormarsch, durch dieNachhut beim Eückmarsch geschah. Die zum Abstecken des Lagers be-stimmten Centurionen und Kriegergingen womöglich denLegionscolonnenvoraus in derselben Richtung wie diese.

Bei allen Marschbewegungen mehrerer Legionen zusammen wurdeim Allgemeinen die Reihenfolge der Legionen vom rechten oder linkenFlügel täglich geändert.

Von allen natürlichen Hindernissen bei dem Marsche mehrerer Le-gionen waren die schwierigsten und in Gallien zugleich die am häufig-sten vorkommenden die Uebergänge über Flüsse durch Fur-ten oder über Brücken. Die Soldaten Cäsar's konnten Furten nochauf bedeutender Tiefe durchwaten und thaten es oft (bis zum Gürtel, zurBrust, selbst zum Halse), denn sie trugen Nichts, was durch Wasserbeschädigt werden konnte. Cäsar zog immer, wenn es irgend möglichwar, den Durchgang durch eine Furt dem Uebergänge über eine Brückevor, die er erst bauen lassen musste. Die Avantgarden-Cavallerie suchtedie Furten auf, der Durchgang erfolgte dann in der Weise, dass oberStrom und unter Strom quer durch den Fluss zwei Linien von Reitern,eine hinter der andern, aufgestellt wurden, zwischen welchen das Fuss-volk dann die Furt passirte. Angesichts des Feindes (wie z. B. durchdie Themse gegen die Britannier) wurde die Furt in andrer Art, nämlichin Schlachtordnung durchschritten.

War keine Furt vorhanden, so wurden Brücken erbaut; di e be-deutende Arbeitskraft und Gewandtheit der Legionäre ver-mochte hierbei fast ganz den bei Cäsar's Legionen (wie überhaupt injener Zeit) bestehenden Mangel an transportablen Brücken(Brückentrains) zu ersetzen. Im [gallischen ;Kriege kommen die ver-schiedensten Brückenconstructionen durch Cäsar's Truppen vor, vonden einfachsten und leichtesten bis zu den complicirtesten und schwie-rigsten, wie z. B. zwei Arten Pfahlbrücken über den Rhein, einmal in10 Stunden, das zweite Mal in noch kürzerer Zeit. Ueber den Elaver